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29 June 2012

Wunderkiefer

Japanisch
希望の松 kibō no matsu (Hoffnung + Genitiv + Kiefer)
 
 
„Aus einem Baum, der auf wundersame Weise den verheerenden Tsunami in Japan vor vier Jahren überstanden hat, hat die deutsche Luxusmarke Montblanc eine limitierte Auflage an Füllern hergestellt. Die Füller seien aus einem Baum gefertigt, der nach der Katastrophe vom 11. März 2011 als einziger der rund 70.000 Bäume eines Waldes in Rikuzentakata noch gestanden habe, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Tokio mit. Dass die Serie auf 113 Stück limitiert ist, spielt auf das Datum des Tsunami an.“
(Zeit-Online vom 26. Februar 2015: Edel-Füller aus "Wunderbaum" aus japanischen Erdbebengebiet)
 
Für die Füllfederhalter wurde allerdings nicht der Baum gefällt, sondern herabgefallene Äste genutzt. Auf den Füllern, die man für 481.000 Yen (Tageskurs: 3.524 Euro) das Stück erwerben kann sind der Ort und das Datum eingraviert: „Rikuzentakata 11/03/2011“. 20 Prozent des Erlöses will Montblanc für den Wiederaufbau der Stadt Rikuzentakata spenden.
 
Die zerstörte Jugendherberge von Rikuzentakata und die 30 Meter hohe Wunderkiefer

„Sie ist ein Symbol der Hoffnung: In der japanischen Stadt Rikuzentakata [陸前高田] hat eine einzige Kiefer [松 matsu] den Tsunami [津波] vom März 2011 überstanden. Die Kosten steigen, und die Stadt ist arm. Facebook [フェイスブック Feisubukku ] soll helfen. ... Wie die Stadtverwaltung am Donnerstag mitteilte, soll ab dem 5. Juli auf einer Seite in dem Internet-Netzwerk Geld gesammelt werden, damit die ‚Wunderkiefer‘ gerettet werden kann.

Der Nadelbaum steht ganz allein an einem zwei Kilometer langen Küstenstreifen, nachdem alle anderen rund 70.000 Kiefern dort von der riesigen Flutwelle mitgerissen wurden. Die Stadt schätzt die Kosten für den Erhalt des durch den Tsunami schwer geschädigten Baumes auf umgerechnet rund 880.000 Euro.

Die ‚Wunderkiefer‘ ist zu einem Symbol des Wiederaufbaus [復興 fukkō] in Rikuzentakata geworden. Mit ihrer brüchigen Rinde und den fehlenden unteren Ästen weist sie deutliche Spuren der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vom 11. März 2011 auf. Oben allerdings präsentiert sich die Kiefer mit Nadeln in sattem Grün.“
(www.n24.de)
 
 
岩手・ 陸前高田市 (Iwate, Rikuzentakata-shi - Präfektur Iwate, Stadt Iwate)
24日 午後7時半 (24 nichi gogo shichi ji han - am 24. Nachmittags um halb acht)
「感謝」と「祈り」込め (kansha to inori kome - mit Dank und Gebet)
一夜限りライトアップ (ichiya kagiri raito appu - nur eine Nacht Illumination = light up)
 
Die Kiefer von Rikuzentakata wurde an Weihnachten in ein sanftes Licht gehüllt. Diese Aktion brachte ein wenig Besinnlichkeit in die Region, die noch weit vom Alltag entfernt ist. Zwei Lichtstrahlen hellten die Kiefer auf, einer zur Beruhigung der Seelen der Verstorbenen, ein weiterer für den Wunsch auf die Wiederbelebung der Region. Die Idee zur Lichtinstallation hatten zwei Studenten der Tokyoter Keio-Universität (慶應義塾大学 Keiō gijuku daigaku).

Eine Bürgergruppe nahm sich der alleinstehenden Kiefer an und pflegte sie. Metallwände wurden in den Boden gerammt und Sandsäcke aufgetürmt, um das Meerwasser von den Wurzeln fernzuhalten. Doch die Wurzeln der Kiefer sind durch den salzhaltigen Boden so verfault, dass sie wohl kein weiteres Jahr überleben wird. Auch der zwei Kilometer lange Kiefernwald Takata Matsubara (高田松原), der einstige Touristenmagnet dieser nordjapanischen Region, ist verschwunden. Die Bürgergruppe hat inzwischen bekanntgegeben, dass sie die Pflege der berühmten Kiefer eingestellt habe.

Wunderkiefer mit Gerüst
(miracle pine - single tree that survived 2011 tsunami turned into monument)

Geht es nach den Stadtplanern wird der Kiefernwald wieder aufgeforstet. Dahinter soll ein 12,5 Meter hoher Schutzdeich errichtet werden. Doch nicht alle halten dieses kostspielige Projekt für sinnvoll. Denn mit dem hohen Deich wäre die Sicht auf den Kiefernwald versperrt.
 

Das Rathaus (市役所) der Stadt (市) Rikuzentakata (陸前高田), unmittelbar nach dem Tsunami
(Foto von Flickr-Nutzer Daisuke TSUDA)

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