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24. April 2012

Peace-Zeichen

Japanisch
ピースマーク pīsu māku (englisch: peace + englisch: mark)
ピースサイン pīsu sain (englisch: peace + englisch: sign)
Vサイン bui sain (englisch: V + englisch: sign)

Chinesisch
V字手势 vi zì shǒushì (V + Zeichen + Geste)

Japanerinnen sind vermutlich per Gesetz gezwungen, beim Fotografieren das V-Zeichen zu machen.
(Foto: Wikimedia-Nutzer Janek Mann)

Es ist schon kein Klischee (ワンパターン wan patān) mehr, sondern eine Tatsache, dass Japaner mit den Fingern den Buchstaben „V“ formen, wenn sie fotografiert werden. Warum dies so ist, weiß wohl niemand so genau. Schon die Bezeichnung ist falsch, denn es handelt sich dabei nicht um das Peace-Zeichen“, sondern um das Victory-Zeichen, das im Zweiten Weltkrieg durch den britischen Premierminister Winston Churchill (ウィンストン・チャーチル Uinsuton Chāchiru) populär gemacht wurde. Erfunden hat er diese Geste aber nicht.
 
Winston Churchill mit Victory-Zeichen, 1943
(Foto: Imperial War Museums collections)
 
Ihren Ursprung sie in Belgien (ベルギー Berugī). In einer BBC-Radioansprache rief der ehemalige belgische Justizminister 1941 seine Landsleute auf, das „V“ zu verbreiten. Es ist der Anfangsbuchstabe des französischen Wortes „Victoire" (Sieg) und des niederländischen Wortes „Vrijheid" (Freiheit). Außerdem wurde das Anfangsmotiv aus der 5. Sinfonie (交響曲第5番) Beethovens (ベートーヴェン Bētōven), das dem Morsezeichen (モールス符号 mōrusu fugō) „V“ (…—) ähnelt (da-da-da-dah), von der BBC (英国放送協会 Eikoku Hōsō Kyōkai) als Erkennungszeichen verwendet.
morse-v
 
fuenfte beethovens
 
Aber warum verwenden Japanerinnen das Victory-Zeichen so gern beim Fotografiertwerden?
 
Eine Theorie ist, dass die in Japan nach dem Zweiten Weltkrieg in Japan stationierten US-Soldaten sich im besiegten Land oft gegenseitig fotografiert haben und dabei oft das Victory-Zeichen machten. Die Japaner hätten danach mit den Kameras auch das V-Zeichen übernommen und dazu peace (pīsu) gerufen, wie manche Deutsche später cheese (Käse).

Einer anderen Theorie zufolge stürzte die US-amerikanische Eiskunstläuferin Janet Lynn (ジャネット・リン Janetto Rin), die für viele als beste Läuferin der Geschichte gilt, während der Olympischen Winterspiele (冬季五輪 tōki gorin) 1972 in Sapporo (札幌) stürzte. Sie lächelte aber dennoch, was großen Eindruck machte. Später war die tiefgläubige Friedensaktivistin oft mit dem V-Zeichen in den japanischen Medien zu sehen.

Zur Popularisierung der Geste mag die japanische Aussprache „pīsu" beigetragen haben, bei der man so schön die Zähne zeigen kann wie beim „cheese“. (Unbestätigten Berichten zufolge setzt sich in Deutschland allerdings mehr und mehr dafür die „Ameisenscheiße“ durch; ein Beispiel, dass Eindeutschung nicht immer eine Verbesserung ist.)

Für das V-Zeichen spreche außerdem, dass die Hände vor dem Gesicht, dieses kleiner erscheinen ließe, was als schön gelte.

Japaner und Japanerinnen nennen dieses Zeichen aber nie Victory- Zeichen, sondern bezeichnen es als Peace-Zeichen, was natürlich falsch ist, denn nicht einmal Dan Quayle würde „peace“ mit „V“ schreiben.

Das richtige Peace-Zeichen

Das Peace-Zeichen wurde 1958 vom britischen Künstler Gerald Holtom für einen Ostermarsch (復活祭デモ行進 Fukkatsu sai demo kōshin) zur nuklearen Abrüstung (Nuclear Disarmament) entworfen. Laut Holtom stellt das Symbol eine Kombination zweier Zeichen aus dem Winkeralphabet dar, nämlich von N für „nuclear“ (atomar) und D für „disarmament“ (Abrüstung). Es ist also auch keine umgedrehte Todesrune.
 
cnd-symbol cnd-n cnd-d cnd-rune-algiz
Peace-Zeichen Winkerzeichen N Winkerzeichen D Rune Algiz

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