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Lasst hundert Blumen blühen!

Lasst hundert Blumen blühen, lasst hundert Schulen miteinander wetteifern!
百花齐放,百家争鸣。
Bǎihuā qífàng, bǎijiā zhēngmíng.

Zwischen 1956 und 1957 forderte die Kommunistische Partei Chinas das Volk auf, sich kritisch zur Situation des Staates zu äußern. Als die Bewegung auszuufern drohte, wurde sie von der Partei wieder unterdrückt.
 
Die Hundert-Blumen-Bewegung (百花运动 bǎihuā yùndòng) war ein Ereignis im Vorfeld des Großen Sprungs nach vorn. Zwischen 1956 und 1957 forderte die Kommunistische Partei das Volk auf, sich kritisch zu äußern. Als die Bewegung auszuufern drohte, wurde sie rabiat unterdrückt.
 
Máo Zédōng rief 1956 in seiner vierstündigen Rede Über die richtige Behandlung von Widersprüchen im Volk zu offener Kritik auf. Alle sollten ihre Meinung kundtun und damit den Aufbau der Gesellschaft voranbringen.

Nach zögerlichen Anfängen – man hatte ja schon negativer Erfahrungen mit den Kommunisten gemacht - lief Art und Form der Kritik aus dem Ruder. Vereinzelt wurde sogar die Forderung nach Maos Rücktritt laut. Nach fünf Wochen riss Mao das Steuer herum und die eben noch ermutigten Kritiker wurden massiv verfolgt. Wer sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte, wurde nun ins Umerziehungslager gesteckt oder in den Tod getrieben. Bis heute ist nicht ganz geklärt, ob Mao den Intellektuellen eine Falle gestellt hatte oder ob er von der Heftigkeit der Kritik überrascht wurde.
 
Die hundert Schulen (gemeint als „viele“ Schulen) war ein Hinweis auf die Zeit der Streitenden Reiche, während der es viele miteinander konkurrierende philosophische Denkschulen gab.