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Guilins Landschaft ist die erste unter dem Himmel.

 Guilins Landschaft ist die erste unter dem Himmel.
桂林山水甲天下。
Guìlín shānshuǐ jiǎ tiānxià.
 
„Als der amerikanische Präsident Nixon 1973 nach Jahrzehnten eisiger Funkstille in den chinesisch-amerikanischen Beziehungen zum ersten Mal die Volksrepublik China besuchte, machte er auch einen Abstecher nach Guìlín in der Provinz Guǎngxī [广西]. Angeblich soll er dem damaligen Premier Zhōu Ēnlái [周恩来] gegenüber behauptet haben, er hätte nie eine schönere Landschaft als jene in Guìlín gesehen. Nun ist Nixon nicht eben für seine Wahrheitsliebe in die Geschichte eingegangen; diese Aussage werden jedoch zumindest die Chinesen nie anzweifeln. Auch wenn Guìlín seinen Provinzhauptstadtrang 1914 an Nánníng [南宁] abtreten musste, gilt es für Chinesen immer noch als Inbegriff schöner Landschaft in China, Shānshuǐ [山水], ‚Berg und Wasser’, die chinesische Bezeichnung für Landschaft, hat ihren Ursprung in Guìlín und bezeichnet zudem das klassische Genre der traditionellen chinesischen Landschaftsmalerei. Die hohe Luftfeuchtigkeit in der subtropischen Region ist der Grund, warum die Karstkegel zumeist von Nebel und Wolken umhangen sind Seien Sie also nicht enttäuscht, wenn Sie beim Besuch Guilins keinen wolkenlosen Himmel haben, Bei strahlendem Sonnenschein ist die Karstlandschaft, zumindest in der chinesischen Ästhetik, nur halb so schön.“
(Hauser, Häring: China-Handbuch; S. 421)
 
Von dieser südchinesischen Stadt heißt es auch:
 
Ich möchte lieber ein Mensch in Guilin sein als ein Unsterblicher.
愿做桂林人,不愿做神仙。
Yuàn zuò Guìlínrén, bú yuàn zuò shénxiān.

Es gibt aber auch eine Ergänzung:
 
阳朔山水甲桂林。
Yáng​shuò shānshuǐ jiǎ Guìlín.
Yangshuos Landschaft übertrifft Guilins.
 
„Als Gott die Gegend um Yangshuo erschuf, hatte er seinen kitschigen Tag. Die kamelhöckerförmigen Karsthügel sehen so lieblich aus, dass man an ihrer Echtheit zweifeln könnte.“
(Adrian Geiges im  Stern vom 27. Oktober 2007: Abstecher ins Reich der Zauberberge)