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Das Volk darf nicht einmal eine Lampe anzünden.

Das Volk darf nicht einmal eine Lampe anzünden.
只许州官放火,不许百姓点灯。
Zhǐ xǔ zhōu guān fàng huǒ, bù xǔ bǎi xìng diǎn dēng.
Der Präfekturbeamte darf ein Feuer machen, während das gemeine Volk nicht einmal eine Lampe anzünden darf.

Zu Zeiten der Song-Dynastie (宋朝 Sòngcháo, 960 - 1279) gab es den berüchtigten Provinzgouverneur Tián Dēng (田登). Da dessen Name ähnlich klang wie „Lampe anzünden“ (点灯 diǎndēng), sah er eine Kränkung darin, dass sein Name gebraucht wurde. Kurzerhand verbot er die Aussprache seines Namens.
 
Als es an der Zeit war die Vorbereitungen für das Laternenfest (灯节 Dēngjié) am Ende des chinesischen Neujahrsfests zu treffen, befand sich der mit dieser Aufgabe betraute Beamte in einer misslichen Lage. In seiner Not änderte er den Text der Bekanntmachungen so, dass diese nicht mehr verkündeten überall Laternen aufzuhängen, sondern, dass im Namen des Gouverneurs für drei Tage lang Feuer (点火 diǎnhuǒ) anzuzünden seien.
 
Als die Bekanntmachungen aufgehängt waren, wussten die Menschen nicht mehr was sie davon halten sollten - allgemeines Kopfschütteln machte sich breit. Erst war ihnen verboten worden auch nur von Laternen zu sprechen und jetzt sollten sie im Namen des Gouverneurs „Feuer anzünden“.

Verwendung:
Das „Feuer für den Gouverneur“ ist seitdem ein Sinnbild für widersinnige Entscheidungen der Obrigkeit.

只    zhǐ    nur
许    xǔ    erlauben; Langzeichen: 許
州    zhōu    Präfektur
官    guān    Beamter
放    fàng    freilassen
火    huǒ    Feuer
不    bù    nicht
许    xǔ    erlauben; Langzeichen: 許
百    bǎi    hundert
姓    xìng    Familienname
点    diǎn    Punkt, anzünden; Langzeichen: 點
灯    dēng    Lampe; Langzeichen: 燈