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Wie ein Fisch auf dem Trockenen

涸辙之鲋
Hé chè zhī fù
Ein Karpfen in der ausgetrockneten Wagenspur

Der Philosoph Zhuāngzǐ (庄子, 365 - 290) lebte mit seiner Familie in bitterer Armut. Und sprach deshalb beim Flussaufseher vor mit der Bitte, ihm etwas Reis zu borgen.

„Warte nur ein wenig“, sagte der. „Bald werde ich die Steuern eingetrieben haben, und dann kann ich dir dreihundert Goldstücke leihen.“

Daraufhin erzählte ihm Zhuāngzǐ folgende Geschichte: „Als ich gestern kam, hörte ich auf meinem Weg über deine Felder, wie mich jemand rief. Wie ich mich umschaute, sah ich einen Karpfen in einer ausgetrockneten Wagenspur liegen.“

„Wie bist du denn hierher gelangt?“ fragte ich.

„Hol‘ rasch einen Eimer Wasser“, flehte der Karpfen, „und rette mein Leben.“

„Warte nur ein wenig,“ gab ich zur Antwort. „Ich bin auf dem Weg nach Süden sei, und dort gibt es Wasser im Überfluss. Auf meinem Rückweg bringe ich dir ganz sicher einen Krug Wasser mit, um dich zu retten.“

Der Karpfen schrie jedoch empört auf: „Siehst du denn nicht, dass ich hier verdurste. Ein Eimer Wasser könnte mich retten, Du aber machst nur leere Worte. Später jedoch kannst du mich getrost auf dem Fischmarkt suchen – eingesalzen.“

Verwendung:
Seitdem wird mit diesem Sprichwort darauf hingewiesen, das ein Versprechen späterer Hilfe in einer Krise nutzlos ist.


Fù (Karausche, ein karpfenähnlicher Süßwasserfisch:Carassius carassius)
 
涸    hé    austrocknen
辙    chè    Wagenspur; Langzeichen: 轍
之    zhé    Genitiv
鲋    fù    Karausche, Langzeichen: 鮒