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Jeden Monat ein Huhn stehlen

Jeden Monat ein Huhn stehlen
月攘邻鸡
Yuè ràng lín jī
Dem Nachbarn monatlich ein Huhn stehlen

Menzius (孟子 Mèngzǐ, 370 - 290 v. u. Z.), der bedeutendste Nachfolger von Konfuzius, sagte, es sei eine einfache Sache, ein Land zu regieren. Es sei nur die Frage, ob der Regierende sich die Mühe machen wolle. König Xuan (宣王) aus dem Staat Qi (齊) fragte ihn: „Kannst du mir den Unterschied zwischen ‚Unfähigkeit' und ‚Keine Mühe geben' sagen?“

Menzius antwortete: „Wenn jemand dich bittet, den Berg Tai (泰山) unter den Arm zu nehmen und damit über das Nordmeer zu springen, und du sagst „Das kann ich nicht“, dann kommt das daher, weil du es wirklich nicht kannst. Wenn dich jemand bittet, einen Zweig vom Baum zu brechen, und du sagst „Das kann ich nicht“, dann kommt das daher, weil du dir die Mühe nicht machen willst.

Ein Königreich zu regieren ist nicht so schwer, wie mit dem Berg unterm Arm über das Nordmeer zu springen. Es ist genauso leicht wie einen Zweig vom Baum zu brechen.

Ein Beamter beschloss, die Steuern zu senken. Er fragte: „Ich möchte die Steuern senken. Wir haben aber in diesem Jahr nicht genug Staatseinkünfte, um die Steuern so viel zu senken, wie ich möchte. Was hältst du davon, wenn wir in diesem Jahr einen kleinen Steuererlass machen und erst im nächsten Jahr die volle Steuerermäßigung durchführen?“

Menzius sagte: „Es gibt einen Mann, der jeden Tag ein Huhn von seinem Nachbarn stahl. Man sagte zu ihm: „Das tut kein anständiger Mann.“

„Gut, dann werde ich nur einmal im Monat ein Huhn stehlen und im nächsten Jahr stehle ich dann gar nicht mehr.“

Verwendung:
„Jeden Monat ein Huhn stehlen“ bezieht sich auf diejenigen, die wissen, dass sie falsch handeln und sich trotzdem nicht sofort verbessern.

月    yuè     Mond, Monat   
攘    ràng    ergreifen, rauben   
邻    lín    Nachbar; Langzeichen: 鄰   
鸡    jī    Henne; Langzeichen: 鷄