Mit dem Wasser kommt der Tod

Mit dem Wasser kommt der TodManuel Vermeer

Mit dem Wasser kommt der Tod

395 Seiten

KBV, Juli 2015

ISBN: 978-3954412648

Produktbeschreibung bei Amazon.de

Skrupellose Geschäfte mit dem höchsten Gut Eigentlich wollte Cora Remy, eine junge Ingenieurin aus dem Westerwald, nur ihren Kollegen vertreten, aber ihre Reise nach Tibet entpuppt sich vom ersten Moment an als wahrer Albtraum. Kurz nach ihrer Ankunft entgeht sie nur knapp einem Anschlag, und von einem Moment auf den anderen steckt sie mitten in einer schmutzigen Korruptionsaffäre. Während ihrer Eisenbahnfahrt durch das geheimnisvolle, fremde Land verfolgt ein unbekannter Feind sie bis aufs Dach der Welt. Während der Reise muss sie in Qingdao und Lhasa, in der Abgeschiedenheit eines alten Klosters, im Base Camp des Mount Everest und an den Ufern des Brahmaputra um ihr Leben kämpfen. Aber Cora lässt sich nicht einschüchtern. Mit jeder neuen Information, die mehr Licht in das Dunkel um die Drahtzieher der Mordanschläge bringt, kommt sie Schritt für Schritt einer gigantischen geplanten Umweltsünde auf die Spur. Ein Krieg um Wasser zeichnet sich drohend am Horizont ab – ein Krieg, der die ganze Welt ins Chaos stürzen könnte.

„Spannender, eindrücklicher kann man nicht beschreiben, dass es uns alle angeht, wie wir mit unseren knappen Ressourcen umgehen, dass die Entscheidungen, die in einem fernen Land getroffen werden, unser Leben hier bestimmen. Dieses Buch ist ein Muss für jeden, der Wasser zum Leben braucht…“
(Eveline Lemke, Staatsministerin für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung und stellvertretende Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz)

Leseprobe

1. Kapitel

Die Jagd hatte ihre Instinkte geschult. Als sie den Schatten sah, der ihr über die Schulter fiel, wusste sie sofort, dass Gefahr drohte. Sie duckte sich, aber es war zu spät. Der Schlag kam mit voller Wucht, auch wenn er durch das Ausweichen nur ihre Schulter traf und nicht ihren Kopf. Sie stöhnte auf und ging in die Knie, riss im Fallen ein paar Papiere vom Tisch; der Schmerz kam härter, als er ihr seitlich an den Knöchel trat. Sie registrierte, dass Li Ping im Nebenzimmer am Kopierer aufschrie, es mussten also mehrere Angreifer sein. Das Summen der Klimaanlage verstummte, und es wurde schlagartig dunkel im Büro. Jemand war am Sicherungskasten. Sie rollte sich zur Seite ab, wie sie es im Judotraining gelernt hatte, sah etwas Dunkles vor sich und stieß instinktiv mit der Schere, die sie noch umklammert hielt, darauf ein. Ein lauter Aufschrei, der Fuß verschwand, Und sie hörte, wie der Mann im Fallen einen Tisch umstieß und laut fluchte. Obwohl sie vor Schmerzen Tränen in den Augen hatte, kroch sie auf allen vieren in die Richtung, in der sie die Tür vermutete. Noch ein Schrei aus dem Kopierraum, dort fand ein Kampf statt; waren es mehr als zwei Angreifer?

Aber wer, warum — egal, sie hatte jetzt keine Zeit zu überlegen. Da war die Tür; als sie sich vorsichtig erhob und geduckt Richtung Flur schlich, dämpfte der Teppichboden ihre Schritte. Sicher auch die des Angreifers. Wo war er? Die Frage beantwortete sich sofort, als sie einen weiteren Schlag auf den Rücken erhielt. Sie trat nach hinten, Volltreffer, er schrie erneut auf, sie rannte zur Tür, die auf den Flur führte, schlug auf den Türöffner in der Wand, riss die Tür auf und zog sie geistesgegenwärtig sofort hinter sich zu. Ein lautes Krachen und Splittern verriet ihr, dass er gegen das Glas gerannt war, Wohin jetzt? Was war mit Li Ping? Sollte sie zurück und ihr helfen? Nein, sinnlos, gegen zwei oder mehr Angreifer hatte sie keine Chance. Sie rannte den Gang entlang, da waren die Aufzüge, daneben die Toiletten und der Abstellraum mit den Putzmitteln. Cora drückte auf den Aufzugknopf, die Tür öffnete sich, dann drückte sie auf den untersten Knopf.

Als der Angreifer den Aufzug erreichte, schlossen sich die Türen gerade. Er sah auf der Anzeige oberhalb der Türen, dass sich der Aufzug nach unten bewegte, nahm den zweiten Aufzug und fuhr ebenfalls nach unten. Ein zweiter Marin nickte ihm wortlos zu, riss die Tür zum Treppenhaus auf und sprang, immer zwei Stufen auf einmal nehmend, die Treppe hinunter. So konnte sie nicht entkommen.