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Wäre ich Chinese, so wäre ich Boxer.

假如我是一個中國人,那麼我也會是義和團的一員  Jiǎrú wǒ shì yīgè Zhōngguórén, nàme wǒ yě huì shì yìhétuán de yī yuán
Autor: Paula von Rosthorn ( 寳拉・馮・羅斯 託恩  Bǎolā féng Luósītuōēn)

 

„Der Augenzeugenbericht Paula von Rosthorns von der Belagerung des Gesandtschaftsviertels in Peking im Sommer des Jahres 1900 ist ein aufschlussreiches und spannendes Dokument der Kolonialgeschichte, insbesondere der Geschichte der k. u. k. Gesandtschaft in China. Unmittelbar nach den Ereignissen niedergeschrieben, belegt das Dokument die Einseitigkeit und Lückenhaftigkeit der englischen und amerikanischen Darstellungen des Boxeraufstandes. ... Nicht ohne Ironie werden die manchmal absurd erscheinenden Verhaltensweisen der Europäer dargestellt. Wohl einzigartig in der Erinnerungsliteratur zum Boxeraufstand ist die offene Kritik am Verhalten der Kolonialmächte, die im Vorwort von Arthur von Rosthorn zum Ausdruck kommt.“
(www.buechertreff.de: Paula Rosthorns Erinnerungen/)

 

Arthur von Rosthorn studierte Germanistik und vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Wien. 1883 studierte er Chinesisch an der Universität Oxford. Ab 1886 war er im diplomatischen Dienst Österreich-Ungarns. 1895 leitete er die Gesandtschaft in Peking. Von 1906 bis 1911 war er Gesandter in Persien, von 1911 bis 1917 Gesandter in China. Im Gegensatz zu seinen Diplomatenkollegen sah Rosthorn nicht mit Verachtung auf die Chinesen herab, sondern interessierte sich für Land und Leute. Für ihre Wut gegen die „fremden Teufel" hatte er Verständnis.  So schrieb er in sein Tagebuch: „Wäre ich Chinese, so wäre ich Boxer."

Nach Beginn der Naziherrschaft weigerte sich Rosthorn den Ariernachweis zu erbringen obwohl er kein Jude war, da er dies mit der Menschenwürde für unvereinbar hielt. Er erklärte zu seinem 80. Geburtstag öffentlich, er hoffe, dass er dieses „Tausendjährige Reich“ um etliche Jahre überleben werde. 1945 starb er allerdings an Nahrungsmangel und Entkräftung.

Paula von Rosthorn (1873 - 1967) machte sich durch ihren Einsatz während des Boxeraufstandes 1900 und ihre späteren Veröffentlichungen über die Hintergründe der Unruhen einen Namen. Sie pflegte während der Verteidigung des Gesandtschaftsviertels die Verwundeten, half beim Barrikadenbau und übernahm Postendienste an der Kampflinie.

 

Boxeraufstand 義和團起義 - fremde Teufel  洋鬼子 - Für Chinesen und Hunde verboten - Gelbe Gefahr - HunnenredeClemens von Ketteler - The Germans to the Front! - Konzessionen 租界 - Völker Europas, wahrt eure heiligsten Güter! - Alfred Graf von Waldersee - Wäre ich Chinese, so wäre ich Boxer.

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