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Regelschrift

楷書 kǎishū
楷書 kaisho

Regelschrift-shu-Zhang-Jizhi


shū
(Schrift, Buch)

„Es begann damit, dass der Gruppe von 15 Leuten gesagt wurde, sie sollen einen Querstrich malen. Die chinesische Eins.

ichi-Daito ichi-Saicho ichi-Tesshu

Natürlich, so fängt es immer an. Ach nein, tönt es hier und da, das will ich nicht, ich will lieber ein ganzes Zeichen malen! Ich will gar kein Zeichen malen! Ich will dies, ich will das. Bei den wenigen, die sich auf die eins einlassen wird man überrascht, wie unterschiedlich ein Querstrich aussehen kann. …

Ich versuche mich auch kurz in Anarchie, denn ich schreibe nicht gern Kǎishū, die chinesische Normalschrift. Sie ist mir zu steif, zu langsam, zu genormt. Bin ich doch so froh, dass ich meine Kalligrafielehrerin dazu bringen konnte, mir Kurrentschrift [Kursivschrift 行書] beizubringen, jetzt soll ich wieder von vorne anfangen.

Aber gerade als ich mich unbotmäßig einer flotteren Vorlage zuwenden will, steht Meister Deng hinter mir und blättert im Heft freundlich aber bestimmt zurück. Na gut, denke ich. Also gut. Ok. Ich schreibe die Eins. Mit mittlerweile der vierten Theorie dahinter, egal. Eins. Eins. Eins.“
(Schneider am 14. Juli 2010: Gimme Five)

Die Regelschrift wurde anhand der Normalschrift der Han-Dynastie entwickelt. Beim Ausführen der Kanzleischrift (隸書) auf den Bambus- und Holztäfelchen empfand man die Raupenköpfe mit Wildentenschwänzen sowie die betonten Striche nach rechts unten als unpraktisch und gab sie auf, ebenso einige andere Strichformen, während wieder neue dazu kamen. Auch etwas von der Pinselführung der Kursivschrift (行書) trug zur Gestalt  bei.  

Am bekanntesten ist die Regelschrift des berühmten Kalligrafen Wáng Xīzhī (王羲之) aus der Jin-Dynastie. Sie ist die seit mehr als tausend Jahren durchgehend verwendete standardisierte Form der Handschrift.

 

Hauptkennzeichen sind die feste Strichfolge, strenge Regeln, relativ langsame Geschwindigkeit beim Schreiben.

 

Man braucht sie besonders für formelle Anlässe, zum Beispiel für Ladenschilder, Inschriftentafeln, Glückwunschstreiben, Grabsteine, Denkmäler, Buchtitel sowie offizielle Dokumente.

 
Kalligrafie 書法, die Kunst des Schreibens

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