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Mandarin

官 guān (Beamter)
 

„Den Mandarinen war es strikt untersagt, Geschäfte zu machen, und die gebildeten Klassen verachteten die Kaufleute. … aber in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entdeckten die Engländer, daß der Vizekönig von Kanton, der den Sonderauftrag erhalten hatte, diesem Handel ein Ende zu bereiten, selber ein Vermögen daran verdiente und eigene Schiffe aussandte, um seinen Anteil an der verbotenen Fracht einzutreiben, die von europäischen und amerikanischen Opiumklippern befördert wurde.

Dessenungeachtet erteilte er Lord Napier eine geradezu anmutige Abfuhr; er hatte die erstaunliche Kühnheit, ihm zu schreiben: ‚Das himmlische Reich bestellt Beamte, um das Volk zu regieren. Die unwichtigen Geschäfte des Handels müssen von den Kaufleuten selbst abgemacht werden; Beamte wollen nichts davon hören.’“
(Dennis Bloodworth: Chinesenspiegel. 3000 Jahre Reich der Mitte. 1968)

Herkunft des Begriffs

Eine Hypothese besagt, dass das Wort Mandarin eine englische Verballhornung des Begriffes Mǎndàrén (满大人, großer Mandschure) ist, mit dem die mandschurischen kaiserlichen Beamten angeredet wurden. Da die Engländer dachten, dass es sich bei der von den Mandschuren gesprochenen chinesischen Sprache als Sprache der Herrscherschicht um die Hochsprache handelte, übertrugen sie den Begriff der Anrede der Beamten auch auf die Sprache.

Einer anderen Hypothese nach ist das Wort Mandarin abgeleitet vom portugiesischen Wort mandarim (von mandar = befehlen). Dieses wiederum geht auf das malaiische Wort menteri und das Sanskrit-Wort मंत्री  mantrin- zurück, welches „Ratgeber“, „Minister“ bedeutet.