Jomon-Zeit

縄文時代 Jōmon jidai) (Schnur + Zeichen + Epoche)
縄文文化 Jōmon bunka (Schnur + Zeichen + Kultur)
10.000 - 300 v. u. Z.


(Foto: Wikimedia)

„Es muss Spaß gemacht haben, diese Töpfe aus feuchtem Ton zu formen. Mit ihrem üppigen Dekor und den klaren Gravuren wirken die ockerfarbenen Gefäße handfest und traumverloren, modern und zeitlos zugleich. ‚Hundertwasser auf Asiatisch‘, flüstert eine Betrachterin. ... ‚Dass diese Flammenstilkeramiken siebeneinhalbtausend Jahre alt sind und aus Japan stammen, verblüfft die meisten europäischen Besucher‘, sagt Steinhaus bei einer Führung durch die Ausstellung ‚Zeit der Morgenröte‘. ...

Die ersten Siedler kamen vor rund 45.000 Jahren auf den japanischen Archipel, der damals noch über zwei Landbrücken im Norden und Süden mit dem Festland verbunden war. ...

Vor 15.000 Jahren begann dann mit der weltweit wohl frühesten Keramikherstellung die Jōmon-Zeit. Jōmon bedeutet Schnurmuster - mit Schnüren, die in den feuchten Ton gedrückt wurden, entstanden die damals typischen Verzierungen.

In anderen Teilen der Welt sind die Menschen zuerst als Ackerbauern sesshaft geworden und haben dann mit der Keramikherstellung begonnen. Nicht so in Japan: Die Jômon-Menschen zogen umher und lebten über viele Jahrtausende hinweg als Jäger und Sammler. Das änderte sich erst im 8./9. Jahrhundert vor Christus, als das Klima nach einer langen Warmzeit wieder kühler wurde. Auch in Japan wurde nun der Nassfeldreisanbau möglich, der sich vorher bereits auf der koreanischen Halbinsel verbreitet hatte.

Es begann die Yayoi-Epoche [弥生時代  Yayoi jidai] mit einer neuen, sozial differenzierten Lebensweise. Territoriale Streitigkeiten häuften sich und nachdem man Waffen aus Bronze und Eisen bauen konnte - die Metalle gelangten aus China und Korea nach Japan - kam es häufig zu Kriegen.“
„Lilo Berg in der Berliner Zeitung vom 19. November 2004: Flammenstil und Morgenröte)

„Mit dem Ende der Eiszeit um 13000 v. Chr. ließen höhere Temperaturen den Meeresspiegel ansteigen, die Landverbindungen verschwanden und Japan nahm die uns heute vertraute Form einer Inselkette an. Auch die Pflanzen- und Tierwelt änderte sich dramatisch. Mit der Ausnahme von Hokkaidō lösten Laubbäume die Nadelbaumwälder ab. Maronen wurden zu einem wichtigen Bestandteil der täglichen Küche, Mammuts und Rentiere starben hingegen aus.

Maronen = Edelkastanien
(Foto: Wikimedia)

Zu Anfang dieser Periode, nach ihren reich verzierten Keramiken wird sie ‚Jōmon‘ (Schnurmuster) genannt, waren die Menschen noch Jäger- und Sammler. Sie wussten die reichhaltigen Fischvorkommen der Küstenregionen zu nutzen, mit der Unterstützung ihrer Hunde erlegten sie Hirsche und Wildschweine.

Spätestens um das 5. Jahrtausend v. Chr. entstanden erste dauerhafte Siedlungen mit bis zu 30 Familien, die begannen, Feldfrüchte wie Bohnen und Kürbis anzubauen. An der Ausgrabungsstelle Sannai Maruyama in der Präfektur Aomori fand man Überreste breiter Straßen, gesäumt von Gräbern sowie Spuren zahlreicher Pfahlbauten. Das Haupthaus dieser Pfahlbauten betrug eine Länge von über 32 Metern, gewöhnlich lebten die Jōmon jedoch in Grubenhäusern. Die in ihren Variationen und Mustern überaus fantasievollen Tontöpfe dienten hauptsächlich der Vorratslagerung. 

Die Jōmon-Zeit war eine Phase in der Vorgeschichte Japans. Funde aus Keramik gaben der Epoche ihren Namen. Jōmon (縄文) bedeutet Schnurmuster. Mit unterschiedlich dicken Schnüren wurden Rillen in den roten Ton gepresst, sodass bestimmte Muster entstanden.

土偶
Dogū
(Foto: Wikimedia)

Aus der Jōmon-Zeit sind auch Tonstatuen so genannte Dogū (土偶, Erdfigur) erhalten, deren Zweck bis heute unbekannt ist. Sie haben abstehende Beine, ziemlich kleine Arme und kugelförmige, manchmal mit einem Querstrich geteilte Froschaugen oder tragen Schneebrillen. Der Zweck dieser tönernen Figuren aus der Endphase der Jōmon-Periode ist allerdings noch unbekannt.

Die Sicheltanne Jōmon Sugi (縄文杉) auf der Insel Yakushima (屋久島) in der südjapanischen Präfektur (鹿児島県, Kagoshima-ken) soll bereits seit der Jōmon-Zeit existieren, wobei Messungen von einem Alter von 2.170 bis 7.200 Jahre reichen.

 

Epochen der japanischen Geschichte
Jomon 縄文 (- 300 v. u. Z)  - Yayoi 弥生 (- 250 v. u. Z) - Kofun (– 538) 古墳 – Asuka 飛鳥 (- 710) - Nara 奈良(- 794) - Heian 平安 (- 1185) - Kamakura 鎌倉 (- 1333) - Muromachi 室町 (-1573) - Azuchi-Momoyama 安土桃山 (1603) - Edo 江戸 (1868)
Meiji 明治 (- 1912) – Taisho 大正 (- 1926) – Showa 昭和 (1989) – Heisei 平成

 

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