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Jeju

제주, 濟州 (dort drüben)
제주특별자치도, 濟州特別自治道 jeju teukbyeol jachido (Jeju + besonders + selbst + regieren+ Provinz)
1.846 km²
0,6 Millionen Einwohner
303 Einwohner pro km²
Hauptstadt: Jeju-si (제주시, 濟州市)

jeju

„Schnell, schnell! rufen die Taxifahrer und scheuchen die armen Bräute, die völlig erschöpft sind und verstört dreinblicken, auf eine steile Felsspitze oder eine glitschige Klippe. Hier, hier! rufen sie den jungen Damen zu und fordern sie auf, sich in der höchst ungeeigneten Kombination aus hohen Absätzen und engem Wickelrock an den Rand eines Abgrunds zu begeben, um mit dem ratlosen Gatten für ein Foto zu posieren. Klick! machen die Instamatic-Kameras, und summ! die Videogeräte – und schon ist der Augenblick für alle Zeiten und sämtliche Verwandten festgehalten.

Es weilten auch etliche Senioren vor Ort, die dieses Spektakel begafften. Und zur Szenerie gehörte auch ein älteres, mürrisch dreinblickendes Pferd, ein klappriges kleines Mongolenpony, das mit unendlich gelangweilter Miene auf einer nahe gelegenen Klippe stand. Eine Reihe älterer Menschen wartete darauf, das Tier zu besteigen – ganz kurz nur. lediglich für einen weiteren Schnappschuss. Das ideale Souvenir von einer Reise nach Jeju wäre also ein Foto eines gebrechlichen alten Knackers in grauem hanbok und Rosshaarhut, rittlings auf einem halb toten Klepper, und im Hintergrund der Drachenkopffelsen. über den eine Schar schimpfender und fluchender junger Bräute kraxelt, die sich Laufmaschen holen und ihre Absätze ruinieren, aber zu schüchtern sind, um ihrem neu Angetrauten eine Szene zu machen.“

(Simon Winchester: Korea. Zu Fuß durch das Land der Wunder. 2006. ISBN 978-5-442-73472-6)

Jeju ist eine subtropische Vulkaninsel südlich der koreanischen Halbinsel. Jeju wurde 1946 von der Provinz Süd-Jeolla (전라남도, 全羅南道 Jeollanam-do) abgetrennt und ist nun eine eigenständige Provinz.
 
Jeju ist auch unter dem Namen Quelpart bekannt. Der Name kommt von einem niederländischen Schiff namens Quelpaert, dass auf dem Weg von der niederländischen Kolonie Formosa ins japanische Nagasaki hier strandete.
 
„Sprichwörter nennen Jeju reich an drei Dingen - an Felsen, Wind und Frauen - und heben das Fehlen von Bettlern, Dieben und Toren hervor. Felsen und Steine soweit das Auge reicht, Klippen, Steinzäune und -wälle sowie Strohseile über den Dächern der Steinhäuser als Schutz vor dem Wind bestimmen Landschaft und Siedlungen. Vom uralten Steinkult künden Dolmen, Menhire und rätselhafte Statuen. Reste mutterrechtlicher Gesellschaftsformen leben noch in Mythen und Sagen, aber auch in der Stellung der Frau.“
 
한라산, 漢拏山
Hallasan
제주 러브랜드
Jeju Raborando
Die Insel besteht aus vulkanischen Materialien, welche vom Berg Hallasan, mit 1.950 Meter der höchste Berg in Südkorea, stammen. Dieser erloschene Vulkan liegt in der Mitte der Insel und hat einen Kratersee.
(Foto: Wikimedia)
Jeju Loveland ist ein Park mit dem Hauptthema Sexualität. Im Park stehen 140 Skulpturen, die Menschen in verschiedenen Posen darstellen. Außerdem werden Aufklärungsfilme gezeigt.
(Foto: Wikimedia)
Hendrik Hamel  
Der holländische Seefahrer Hendrik Hamel war 1666 der erste bekannte Europäer, der über Korea berichtete. Er strandete 1653 auf einer Fahrt von Japan zu einer holländischen Kolonie in Indonesien mit 35 Gefährten auf Jeju-do und nannte die Insel Quelpart. Sie wurden dank der von den Mandschu erzwungenen Abschottungspolitik auf dem koreanischen Festland gefangengehalten. Hamel konnte erst 13 Jahre später mit sieben anderen Seeleuten nach Japan fliehen. Seine Erlebnisse schilderte er in einer in ganz Europa gelesenen Reiseschilderung.
(Foto: Panoramio)
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, nach der Einsetzung einer rechtsgerichteten Lokalregierung durch Seoul, kam es 1948 auf Jeju zu einem Aufstand. Polizei und Armee schlugen mit großer Brutalität zurück. Nach offiziellen koreanischen Angaben wurden beim Jeju-Massaker 270 von insgesamt 400 Dörfern auf der Insel ausgelöscht und mehr als 27.000 Personen getötet.
(Foto: Wikimedia)
 
 
 Die traditionellen acht Provinzen Koreas (팔도, 八道 paldo) mit allen ihren Abspaltungen