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Ming-Dynastie

明朝 Míngcháo (hell + Dynastie)
1368 - 1644
Herrscherfamilie: Zhū (朱)

dy-ming

Die Ming-Dynastie herrschte von 1368 bis 1644 über China, löste dabei die mongolische Fremdherrschaft der Yuan-Dynastie (元朝 Yuán cháo, 1279 - 1368) ab und endete im 17. Jahrhundert mit der Fremdherrschaft der Mandschus, der Qing-Dynastie ( 清朝 Qīngcháo, 1644 - 1911).

Gegründet wurde die Dynastie vom Rebellenführer Zhū Yuánzhāng (朱元璋), der in den Aufständen gegen die Mongolenherrschaft eine Splittergruppe der Roten Turbane (紅巾 Hóngjīn) anführte. Zhū Yuánzhāng, kam aus einfachsten Verhältnissen. 1344 starben die meisten Mitglieder seiner Familie durch eine Epidemie, sodass er sich gezwungen sah, in ein Kloster einzutreten, um nicht zu verhungern. 1352 verließ er das Kloster und trat den Roten Turbanen bei, denn überall in China gab es Aufstände. Im gelang der Aufstieg innerhalb der Rebellenarmee. 1368 proklamierte er eine neue Kaiserdynastie, die er Große Helligkeit (大明 Dà Míng) nannte. Er selbst wählte für sich die Regierungsdevise Hóngwǔ (洪武, Gewaltige Militärische Macht). Er schuf ein autokratisch zentralisiertes System. Um die Macht nicht an Eunuchen fallen zu lassen, verbot er diesen bei Todesstrafe die Einmischung in die Politik. Sogar das Lesen und Schreiben versuchte er ihnen zu verbieten und Banner mit der Aufschrift „Eunuchen haben sich nicht für die Angelegenheiten des Staates zu interessieren“ wurden im Palast aufgehängt. (Was eigentlich wenig nützt, wenn sie nicht lesen konnten.) Außerdem führte Hóngwǔ Beamtenprügel ein. Bei Vergehen wurden Beamte mit einer Holzlatte geschlagen. Dies stand im Gegensatz zu der Praxis aller vorherigen Dynastien, Beamte von demütigenden Strafen zu befreien. Ein konfuzianischer Gelehrter ging in die Hauptstadt, um Hóngwǔ seine Meinung zu sagen. Als er zur Audienz vorgelassen wurde, brachte er seinen eigenen Sarg mit. Nachdem er den Kaiser heftig kritisiert hatte, legte er sich in den Sarg, sein Todesurteil erwartend. Doch der Herrscher war so sehr vom Mut dieses Mannes beeindruckt, dass er ihn verschonte.

Die größte außenpolitische Belastung waren die Kämpfe mit den Mongolen. Dies war einer der Gründe, warum Kaiser Yǒnglè (永樂) ab 1406 die Hauptstadt von Nanking (南京 Nánjīng, Südliche Hauptstadt) nach Peking (北京 Běijīng, Nördliche Hauptstadt) verlegen ließ. In diesem Zusammenhang wurde auch der Kaiserkanal (京杭大运河 Jīng-Háng Dà Yùnhé) für den Reistransport ausgebaut. Gegen die mongolischen Überfälle agierte die Armee zunehmend defensiv, sodass zum Schutz vor Überfällen die Chinesische Mauer (萬里長城 Wànlǐ Chángchéng) ausgebaut wurde.

Der Admiral Zhèng Hé (鄭和) unternahm mit großen Flotten zwischen 1405 und 1433 sieben große Expeditionen in den Pazifik und den Indischen Ozean. Dabei bekämpfte er das Piratenunwesen und erkundete die Meere bis nach Arabien und Ostafrika. Seine Dschunken gehörten angeblich zu den größten Holzschiffen aller Zeiten.

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