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Zipangu

日本國 Nihon-koku (Sonne + Wurzel, Ursprung + Land)
ジパング Jipangu
日本国 Rìběnguó (Sonne + Wurzel, Ursprung + Land)

Amerikakarte von Sebastian Münzer, 1561
(Quelle: Wikimedia)

„Für ihn gab es Zipangu, gab es die Länder Mangi und Cathaja, gab es das Festland von Asien. Dort ist er gewesen, dort ist er unzweifelhaft gelandet, und nur ein klein weniges, ein wenig Zeit, ein wenig Geduld, ein wenig Schicksalsgunst, ein wenig Gesundheit noch, und er hätte die Durchfahrt zu den Ländern am Ganges gefunden. Haben nicht seine Leute in Cuba mit heiligem Eid beschworen, daß sie die asiatische Küste betreten haben?


Die Protokolle sind vorhanden, sie liegen in der königlichen Kanzlei, man kann sie zu jeder Stunde prüfen. Ich sehe, wie das hagere, von tausend Wettern gegerbte Grecogesicht des greisen Seefahrers von Leidenschaft erbebt, wie das fahle Grau seiner verloschenen Augen wieder in der alten Prophetenglut sich entzündet, als er diesem emporgekommenen Piloten und Zufallsentdecker den großen Leitgedanken seines Lebens auseinandersetzt und mit dem zitternden Zeigefinger auf der Erdkarte ihm beweist, daß alle diese indischen Inseln von Guanahani bis Trinidad, von Janahica bis zur Landschaft Veragua nur der Vorhof zum gewaltigen Reich des Großchans sind, von dem er in Cuba einen vorgeschobenen Zipfel erfaßt hat. Es gibt kein Amerika, dieses Amerika bildet ihr euch nur ein, es ist ein teuflischer Spuk.


Amerigo Vespucci senkt still den Kopf. Er wundert sich. Man schreibt ja das Jahr 1505 und nicht mehr 1492. Man hat ungeahnte Erkenntnisse gewonnen. Wo war der Admiral in der Zwischenzeit? Wo hat er gelebt, geistig nämlich? Die Wissenschaft ist weitergeschritten. Die Berechnungen Toscanellis sind längst überholt. Die Kosmographen des vorigen Jahrhunderts haben sich getäuscht. Die Zahl der Längengrade, die sie als Entfernung angenommen, stimmen mit dem Umfang der Erde nicht überein. Man hat den Fehler gefunden und korrigiert. Schon vor fünf Jahren hat der große Lionardo da Vinci die indische Hypothese für falsch erklärt. Infolgedessen existiert Amerika. Es muß existieren, denn Asien liegt Tausende von Seemeilen darüber hinaus. Das ist mathematisch errechnet, darüber gibt es keine Debatte.“
(Jakob Wassermann: Christoph Columbus - Der Don Quichote des Ozeans - Kapitel 14)

Weltkarte ohne Amerika auf Behaims Globus, 1492
(Quelle: Wikimedia)

Zipangu (auch Cipango) war der mittelalterliche europäische Name für Japan, der zum ersten Mal Ende des 13. Jahrhunderts in den Reiseberichten Marcos Polo auftaucht.

Marco Polo stellte sich Zipangu als mystisches Paradies vor, in dem ein Überfluss an Gold und Perlen herrschte, eine Hoffnung, die sich nach den ersten Besuchen in Japan als stark übertrieben herausstellte.

Lediglich in Bezug auf Silber hatte diese Ansicht eine Grundlage. Als Bergbau in der Tiefe noch nicht möglich war, konnten in Japan die für ein Land vulkanischen Ursprungs typischen, an der Oberfläche gelegenen Erzlagerstätten abgebaut werden. Noch im 16. und 17. Jahrhundert war Silber eines der Hauptexportgüter Japans.

 

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