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Zwei Patriarchen in innerer Harmonie

二祖調心圖 Èr zǔ diào xīn tú (zwei + Ahnen, Patriarchen + Melodie + Herz + Bild)

Format: 35,5 mm x 129 mm
Museum: 国立東京博物館 (Nationalmuseum Tokyo)
Maler: Shí Kè (石恪)

zweipatriarchen
(James Cahill: Die Kunstschätze Asiens. Die Chinesische Malerei. 1979. S. 49. ISBN: 2-605-00036-2)

 

„Die Zwei Patriarchen in innerer Harmonie sind, obgleich man sie Shí Kè zuschreibt, indessen unverkennbar Chán-Gestalten. Der eine lehnt sich bequem auf den Rücken eines Tigers; sein Kopf steckt tief zwischen seinen Schultern. Ob er meditiert oder schläft, ist ungewiß; der Tiger aber schläft ohne Zweifel.

Für das Kleid des Mannes und das Fell des Tigers wurde nicht ein gewöhnlicher Haarpinsel, sondern wahrscheinlich einer aus Stroh oder Bambusfasern verwendet. Der Eindruck eines solchen Bildes ist sozusagen kinästhetisch. Beim Anblick dieser zackigen Linien fühlt man die kraftvollen Bewegungen des Malers; wo sein Pinsel stockt, bleiben Flecken tiefer Farbe, und wo er sich heftig bewegt und die Pinselhaare sich trennen, Tuschestreifen.

Das Gesicht des Patriarchen und der Kopf des Tigers hingegen sind auf konventionelle Weise behandelt.

Diese Arbeitsweise stimmt mit literarischen Beschreibungen des Stils von Shí Kè überein, gehört also zur Chán-Tradition mit ihrer heftigen Ablehnung der orthodoxen feineren Linien- und Farbentechnik. Durch ihre spontan ausbrechende, vom Gefühl bestimmte Pinselschrift gehorcht sie den Forderungen des Chán-Buddhismus, und die künftige Entwicklung der Ch'an-Malerei besteht hauptsächlich in den sich folgenden Wandlungen des ‚ungebundenen’ Stils.“
(James Cahill: Die chinesische Malerei. Stuttgart: Klett-Cotta, 1988. ISBN: 978-3-8844-7056-5)

Bei diesem Bild des chinesischen Malers Shí Kè hört man fast den Tiger schnurren und den Mönch schnarchen. Das Bild zeigt einen Mönch – den Kopf tief zwischen den Schultern –, der sich bequem auf den Rücken eines Tigers lehnt. Beide schlafen offensichtlich.

Für das Kleid des Mannes und das Fell des Tigers verwendete Shí Kè nicht den gewöhnlichen Haarpinsel, sondern wahrscheinlich einen Pinsel aus Stroh oder Bambusfasern, wodurch zackige Linien entstanden.


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