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Zuchtperlen

養殖真珠 yōshoku shinju (aufziehen + vermehren + echt + Perle)

„Innerhalb einer Zeitspanne von weniger als 50 Jahren zu Beginn des 20. Jahrhundert, wurden Tausende von Jahren Perlengeschichte umgeschrieben. Perlen – historisch der exklusive Besitz von Königen und Adel, wurden für jeden Erdenbürger erschwinglich. Statt der Perlentaucher, die den schwer zu findenden Naturperlen oft vergeblich nachjagten, konnten Perlenfarmer nun Tausende von Perlen kultivieren, fast wie der Bauer, der Weizen oder Mais anbaut.“

Der ehemalige Nudelverkäufer Mikimoto Kōkichi (御木本幸吉 1858-1954) hatte 1896 eine zündende Idee: Die Zucht von Perlen durch Implantate in Perlaustern, wie es auch schon die Chinesen versucht hatten.  1906 hatte er Erfolg; seine Firma „Mikimoto Pearls“ kontrollierte bis 1937 über 60 % des Weltmarktes für Perlen.

zuchtperlentaucherin
Perlentaucherin

Das von Mikimoto verwendete Verfahren geht auf zwei andere Japaner zurück, die es ihrerseits wahrscheinlich von einem Australier übernommen haben.

Bereits im 5. Jahrhundert wurden in China so genannte „Buddha-Perlen“ in Süßwassermuscheln gezüchtet. Dabei handelte es sich um in die Muscheln eingefügte kleine Buddha-Figuren aus Elfenbein, Gips oder Blei, die mit der Zeit durch Perlmutt beschichtet wurden. Dem schwedischen Naturwissenschaftler Carl von Linné war es schon im Jahre 1758 gelungen, mit einem Silberdraht einen Kern aus Gips in eine Süßwassermuschel einzufügen, um runde Perlen zu züchten. Später verkaufte er das patentierte Verfahren. Das Patent wurde jedoch nie praktisch eingesetzt und geriet in Vergessenheit.