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Yu Gong versetzt Berge

愚公移山 Yú Gōng yí shān (dumm + alter + Mann + versetzen + Berg)
 
 
In alten Zeiten lebte im Norden Chinas ein Greis, namens Yu Gong (愚公 Dummer Alter), der sich darüber ärgerte, dass der Weg, der von seiner Haustür nach Süden führte, von zwei großen Bergen versperrt war. So fasste er den Entschluss, gemeinsam mit seinen Söhnen diese Berge mit Hacken abzutragen.

Ein anderer Greis namens Zhi Sou (智叟 Weiser Alter) lachte ihn aus und sagte ihm, dass es unmöglich sei, mit so wenig Leuten zwei so große Berge abzutragen!

Yu Gong aber antwortete: „Sterbe ich, bleiben meine Kinder; sterben die Kinder, bleiben die Enkelkinder, und so werden die Generationen in einer endlosen Reihe sich ablösen. Diese Berge sind zwar hoch, aber sie können nicht mehr höher werden; um das, was wir abtragen, werden sie niedriger: Warum sollten wir sie da nicht abtragen können?“

Und Yu Gong machte sich mit Eifer daran, die Berge abzutragen. Das rührte Gott, und er schickte zwei Engel, die die Berge davontrugen.

Mao Zedong (毛泽东) erzählte diese Geschichte im Jahr 1945. Während der Kulturrevolution (文化大革命 wénhuà dà gémìng, 1966 bis 1976) lernten die Rotgardisten (红卫兵 hóngwèibīng) diese altchinesische Legende kennen, da sie in der Mao-Bibel (毛主席语录 Máo Zhǔxí yǔlù) aufgenommen war.

Die Geschichte soll uns sagen, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.