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Yin und Yang

陰陽 oder 阴阳 yīnyáng
 
 
„Die Gelehrten behaupten, daß während der eisigen Jahreszeit das Yáng [陽] allseits vom Yīn [陰] umgeben in einem unterirdischen Gemach wohnen muß. Es bestehen Gründe für die Annahme, daß das Gemeinschaftshaus, in dem die Männer während der stillen Jahreszeit zusammenkamen, eine Art in der Mitte des Weilers angelegte, an allen Seiten von den Wohnstätten umschlossene Höhle oder ein Keller war.
 
Die Wohnstätten, welche die Grundlage des dörflichen Lebens bildeten, gehörten den Frauen. - Nachdem die Männer ihre Kräfte erneuert hatten, wurden sie wieder zu Ackerbauern und gingen im Sonnenlicht im freien Land an die Arbeit. Im Gegensatz hierzu wirkten die Weberinnen nur an dunklen Orten; sobald sie damit begannen, die Festkleider zu weben, mußten sie das Sonnenlicht meiden.
 
Beide Geschlechter waren einer antithetischen Disziplin unterworfen. Ihre entsprechenden Wirkungsbereiche waren das Innere (nèi [内]) und das Äußere (wài [外]) - die zugleich die Wirkbereiche des Yin und des Yang, des Schattens und des Lichtes sind. Deshalb fand der Gegensatz der Geschlechter seinen mythischen Ausdruck im Gegensatz des Yin und des Yang.

Diese symmetrischen Gegensatzpaare traten sämtlich bei dem Schauspiel in Erscheinung, welches im Frühjahr und im Herbst die sexuellen Feste boten. Diese Feste wurden in kleinen Tälern begangen, wo ein Flußlauf eine heilige Grenze schuf. Die Vertreter der beiden konkurrierenden Verbände durchschritten den Fluß, kamen so allmählich in Berührung und leiteten die gemeinsame Hierogamie ein, die den Beschluß des Freudenfestes bildete.
 
Zuvor formierten sie sich jedoch zu einander gegenübertretenden Chören, die sich zu beiden Seiten einer rituellen Achse aufstellten und sich gegenseitig mit Gedichten herausforderten. Wenn man dann im weiblichen Lager dadurch gerührt wurde, daß einem der Gegner wahrhaft männlich dünkte (yáng-yáng), dann bedeutete dies doch, daß das Yang (besonnter Hang) der Gruppe vorbehalten war, welche im vollen Sonnenlicht Feldarbeiten verrichtete.
 
Zu den Männern gehörte die Yang-Seite und zu den Frauen die Yin-Seite. Der Festplatz zeigte einen beschatteten Hang, der an einen besonnten Hang grenzte und auf welchem nach ihrem Geschlecht unterschiedene Gruppen sich gegenübertraten, um sich zu vereinen - somit das gesamte Yin und das gesamte Yang.“
(So beschreibt der französische Sinologe Marcel Granet die Entwicklung der Begriffe und der Bedeutung von YIN und YANG)

yinyangflaggen

Nach und nach wurde Yang mit Sonnenlicht allgemein gleichgesetzt, während Yin mit Schatten verbunden wurde. Bald wurde daraus abgeleitet, dass die Sonne (日 rì oder太陽 tàiyáng) selbst Yang ist, Erde und Mond (月 yuè oder 太陰 tàiyīn) hingegen waren Yin.
 
Anhand der Schriftzeichen wird vermutet, dass Yīn (陰) anfangs vermutlich die Bezeichnung für die kältere, nach Norden weisende Seite eines Hügels war. Mit Yáng (陽) wurde die wärmere, nach Süden weisende Seite bezeichnet. Ursprünglich war es also eine rein geografische Einordnung.
 
0-sonne mond


Sonne

yuè
Mond
陽 / 阳
Yáng
陰 / 阴
Yīn
 

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