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Walfang

捕鯨 hogei (fangen + Wal)
 
„Japan hat seine Walfangsaison zu ‚Forschungszwecken‘ vor der Pazifikküste gestartet. ... Laut Fischereibehörde soll sie bis Ende Oktober vor der Küste der Stadt Kushiro [釧路] 51 Zwergwale fangen, um deren Mageninhalt zu untersuchen. So solle der Einfluss der Wale auf die Küstenfischerei untersucht werden, hieß es.“
(Süddeutsche Zeitung vom 7. September 2014: Trotz Verbot Japan fängt wieder Wale)

 „Regelmäßig im November läuft das 7.440 Tonnen schwere Fabrikschiff Nisshin Maru [日新丸] in Begleitung von drei Fangschiffen zur Jagd aus. Im April kehren die Walfänger mit mehreren Tausend Tonnen Walfleisch nach Japan zurück, wo es verkauft wird. Die Preise reichen bis zu 300 Euro pro Kilo. Walfleisch ist in Japan somit ein Luxus-Lebensmittel. Dennoch hat die japanische Regierung als PR-Aktion auch Schulkantinen etc. gesponsert, um die junge Generation wieder auf den Geschmack von ‚Wal-Burgern' zu bringen.“

Die japanische Regierung behauptet, das Walfleisch in Japan ein traditionelles Nahrungsmittel ist. Die japanische Bevölkerung sieht das inzwischen ganz anders: Nur vier Prozent essen regelmäßig Walfleisch. 53 Prozent der Japaner haben seit ihrer Kindheit kein Walfleisch mehr gegessen und 33 Prozent noch niemals.
(http://www.greenpeace.at/walfang_japan.html)
 

Bereits seit 1986 gilt ein weltweiter IWC-Fangstopp für den kommerziellen Walfang. Seitdem tarnt Japans Fischereibehörde die kommerzielle Jagd als Forschung.  Japans „wissenschaftlicher“ Zweck ist, zu „erforschen“, ob die Wale für den Rückgang der Fischbestände verantwortlich sind. Tatsächlich ist diese Annahme absurd: Verantwortlich für die schwindenden Fischbestände die Überfischung. Es wurde bereits wissenschaftlich untermauert, dass sich die von Japan getöteten Zwergwale hauptsächlich von Krill-Krebsen ernähren - und nicht von Fisch.

„Der kommerzielle Walfang in Japan ist nur mit staatlicher Förderung möglich und erweist sich als ein klares Verlustgeschäft. Das belegt eine Studie des Internationalen Tierschutz-Fonds IFAW. Nach den Berechnungen der Organisation subventioniert die japanische Regierung ihren eigenen Walfang mit durchschnittlich über 6 Millionen Euro (782 Millionen Yen). 2011 stieg die Summe auf über 18 Millionen Euro (2,28 Milliarden Yen). Das Geld stammte aus dem Tsunami-Wiederaufbaufonds und diente offenbar der zusätzlichen Absicherung der Walfänger vor internationalen Tierschützern. …

Eine Alternative für die Menschen und Wale sei auch aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus das Whalewatching. Von etwa ein Dutzend Standorten in Japan sind derzeit 30 Whalewatching-Firmen aktiv. 2008 erwirtschafteten sie etwa 16 Millionen Euro.“
(JapanMarkt vom 7. Februar 2013: Japans Walfang ist Verlustgeschäft)

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