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Richter Di

狄仁傑 Dí Rénjié (Familienname Di + Humanität + Held)

630 - 700

„Ein trüber Frühlingsmorgen. Drei junge Männer sitzen in einer Schenke vor den Toren von Cháng'ān [長安 ] (das heutige Xī’ān [西安]). Sie feiern Abschied: Einer der drei macht sich auf nach Nordosten, an die Küste. Er soll dort das Amt als Bezirksrichter übernehmen, statt, wie seine Freunde, eine Karriere am Hofe von Kaiser Gāozōng [唐高宗 Táng Gāozōng, 628 – 683] anzustreben.

‚Ich habe es Euch doch schon gesagt, ich habe es satt Kriminalfälle nur auf dem Papier zu studieren“, begründet der angehende Bezirksrichter von Pénglái
[蓬莱] seinen Entschluss. Und deshalb verlässt er im Frühjahr 663 die vertraute Umgebung, die Familie, die Freunde - begleitet nur von Wachtmeister Hong, der schon der Diener seines Vater war und darauf bestanden hat, seinem Schützling beizustehen. Erst dreizehn Jahre später, im Jahr 676 wird Dí Rénjié wieder nach Cháng'ān zurückkehren - im Rang des Präsidenten des obersten Gerichtshofes. Doch bis dahin muss der viele Kriminalfälle in den verschiedensten Ecken des Reiches zu lösen. Fast 20 Jahre begleitet der Leser den Helden des Romanzyklus von Robert van Gulik (1910 - 1967).“
(http://www.ostasien.net/boox/richterdi.htm; Romane aus und um Asien - Ostasien.net)

 

Dí Rénjié, war ein Beamter der chinesischen Tang-Dynastie (唐朝 Tángcháo, 618 - 907), der für seinen Kampf gegen Korruption bekannt war. Unter der Kaiserin Wǔ Zétiān (武則天) war er zweimal Kanzler und ist das Vorbild für Richter Di des niederländischen Diplomaten Robert van Gulik.

Robert Hans van Gulik (高罗佩 Gao Luopei; 1910 - 1967) war der Sohn eines Arztes und wuchs von 1915 bis 1922 in Indonesien auf, wo sein Vater Sanitätsoffizier der Kolonialarmee war. Seine Faszination für die Zeichen auf den Schildern chinesischer Geschäfte veranlasste ihn schon früh zum Erlernen der chinesischen Sprache.
Er promovierte zum Doktor der Literaturwissenschaft und arbeitete als Diplomat in Japan, Ägypten, Indien, China, den USA und Malaysia. Zuletzt war er Botschafter in Japan.

Van Guliks schriftstellerische Tätigkeit begann 1949 mit einer Übersetzung des Kriminalromans Dee Goong An (狄公奇案, Dí Gōng qí àn; Merkwürdige Kriminalfälle des Richters Di). Diese Übersetzung war ein solcher Erfolg, dass er bald eigene Romane über Richter Di verfasste.

Seinem Freund und Biographen Janwillem van de Wettering, („Robert van Gulik. Ein Leben mit Richter Di“) gestand Robert van Gulik nach einigen Genever: „Richter Di bin ich.“

 

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