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Old China Hand

中國通 Zhōngguótōng (China + hindurch)

„Die meisten dieser Personen begegneten einem China, das sich in einer der dunkelsten Epochen seiner Geschichte befand, am Rande des totalen Zusammenbruchs, in einer Zeit japanischer Aggression und jahrelang tobenden Bürgerkriegs.

Nicht viel anders, aber doch aus einer anderen Perspektive und von ganz anderer Herkunft sahen die sogenannten ‚Old China Hands’ das Reich der Mitte. Diese Leute, mitunter die besten Kenner Chinas im 20. Jahrhundert, machten das Gros derjenigen Individualisten aus, die im Dienste des amerikanischen Außenministeriums standen und vor der Machtübernahme der Kommunisten im ganzen Lande in US-Konsulaten und Botschaften tätig waren. Etliche dieser Männer, wie beispielsweise John Service (‚Lost Chance in China’) oder John Paton Davies (‚Dragon by the tail’), Söhne von Missionarseltern, in China geboren und erzogen, kannten - auch dank ihren Sprachkenntnissen - die Kultur und die Sitten des Landes wie kaum jemand anders. Ihre Einschätzungen Chinas waren aus außenpolitischen Gründen nicht gefragt; ihre treffenden, jedoch für die führenden amerikanischen Politiker nicht opportunen Beobachtungen führten später in der McCarthy-Ära dazu, dass sie allesamt beschuldigt wurden, China an die Kommunisten ‚verloren’ zu haben.

Das nach heutigen Massstäben kaum nachvollziehbare Rollen dieser Köpfe führte dazu, dass die amerikanische Chinapolitik über Jahrzehnte hinweg ohne irgendwelche Visionen agierte.“
(http://www.nzz.ch/2003/04/26/li/article7SBO9.html)

Der englische Begriff Old China Hand steht für China-Experten, die viele Jahre in China verbracht haben. Die Bezeichnung entstand um das Jahr 1910 und bezog sich auf Missionare, Kaufleute, Verwaltungsbeamte und Journalisten.