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Obo

 

овоо oboo  (ist zu Hause)

obo

Obo
(Foto: Wikimedia-Nutzerin Heidi B)

„Ob die Steinhaufen Symbole des einfachen Volksglaubens, Schamanismus oder Buddhismus sind oder zu allen dreien gehören, weiß keiner. Die Ovoos stehen überall, auf Pässen, Bergkuppen, Wiesen. Sie sind der Sitz der lokalen Gottheit, den Reisende als Omen für eine gute Heimkehr dreimal im Lauf der Sonne umrunden.

Dabei werfen sie Münzen, Steine, Speisen oder einen blauen Seidenschal (Himmelssymbol) auf den Ovoo. ‚Aufgeklärte’ Mongolen scheinen etwas misszuverstehen: Sie entledigen sich hier ihrer leeren Flaschen, Autoreifen, Zigarettenschachteln.“
(Merian Mongolei. 21. Februar 2006. ISBN: 978-3834206039)

Früher waren Obos ein Symbol für die Gefallenen im Krieg. Vor einem Krieg brachte jeder Krieger einen Stein auf einen Berg, die er nach dem Krieg wieder wegnahm (deshalb die Bedeutung: „… ist zu Hause.“). Der übrig gebliebenen Steine gehörten den Männern, die im Krieg gefallen waren.

Später bekam dieser Brauch eine religiöse Bedeutung. Nach lamaistischen Glauben soll es für den Reiseweg Glück bringen, einen Obo dreimal zu umrunden und dabei an seine Wünsche zu denken. Dabei legt man jedes Mal einen unten liegenden Stein oder eine andere Opfergabe oben auf den Obo. Auch heute wird dies vor langen Autofahrten häufig gemacht.