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Obertongesang

Хөөмий chöömi (tuwinisch: Хөөмей = Kehle)

„Obertongesang ist, wenn Eine oder Einer singt - und man doch zwei hört. Denn bei der speziellen Technik werden einzelne Obertöne einer gesungenen Melodie so verstärkt, dass sie den Grundton übertönen können.

Es gibt wohl kaum einen Mongolen, der nicht singen kann. Denn nichts lieben die Mongolen mehr als Gesang, und kein Fest vergeht, ohne dass reihum gesungen wird.

Sehr geschätzt und nur von wenigen beherrscht ist die Kunst des Chöömii, des Obertongesangs, der höchste Ansprüche an Kehlkopf, Stimmbänder und Zwerchfell stellt. Mit einer speziellen Atemtechnik erzeut der Sänger zwei Luftströme, mit denen er gleichzeitig zwei Töne hervorbringt. Einer dieser Töne ist ein langgezogener Grundton, der zweite ist eine Melodie, die meist sehr hoch gesungen wird. Obertongesang ist eine anstrengende Kunst, denn der zweite Ton wird durch sehr hohen Luftdruck im Kopf erzeugt. Deshalb ist dieses Musizieren reine Männersache, und man sagt, die Sänger stürben früh.“
(http://www.musicline.de/de/genre/lexikon/World/Obertongesang)

Fie Gruppe Huun-Huur-Tu (Хүн Хүртү) aus der russischen autonomen Republik Tuwa wurde hauptsächlich durch ihre Weiterentwicklung des Kehlkopfgesangs bekannt, den sie mit traditionellen tuwinischen, aber auch modernen Instrumenten, wie Gitarre oder Synthesizer, kombiniert.