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Ni Tsan

倪瓚 Ní Zàn (Familienname: Ní)
1306 - 1374

ni-zan

Ní Zàn an seinem Arbeitsplatz
(Bild: Wikimedia)

„Das Werk von Ní Zàn verdient am meisten, innerhalb der ganzen chinesischen Malerei, die Bezeichnung ‚reizlos’ oder ‚sanft’, was für den chinesischen Geschmack ein Lob ist, in das der abendländische Betrachter schwerlich wird einstimmen können, und solange wir nicht begreifen, daß Reizlosigkeit eine erwünschte Qualität sei, bleibt das Werk Ní Zàns uns unzugänglich.

 

(Bild: Wikimedia)

Seine Absicht als Maler war deutlich, nicht die ‚zahllosen Erscheinungen’ der physischen Welt darzustellen, denn die Mehrzahl seiner Landschaften folgt einem einfachen Vorbilde, einem Grundthema, das er in seiner Jugend sich schuf und unermüdlich wiederholte: ein Flußufer im Vordergrunde mit einigen verkümmerten Bäumen, sodann eine breite Wasserfläche und dahinter erdige Hügel. Die oberen und die unteren Landmassen sind nicht organisch miteinander verbunden, wodurch die Komposition auseinanderfällt, die, neben der fehlenden Atmosphäre und der Einförmigkeit der Töne des ganzen Bildes, keine echte Raumwirkung entstehen läßt. Das ist teilweise als betont dilettantenhaft beabsichtigt, zeigt aber auch eine Abneigung, die Technik zu meistern, durch die allein solche ‚Versehen’ vermieden werden. ...

Ní Zàn malte auch den Bambus, aber nicht aus Liebe zu dieser Pflanze, und als man ihm vorwarf, sein Bambus sähe wie ‚Hanf’ oder wie ‚Binsen’ aus, antwortete er, seine Absicht sei nur gewesen, den ‚ungestümen Gefühlen in seiner Brust Ausdruck zu geben’. Ein anderes Mal soll er jemandem, der fand, daß ein Bild, das Ní in der Nacht gemalt hatte, überhaupt keinen Bambus darstelle, erwidert haben : ‚Mag sein, aber dieser völlige Mangel an Ähnlichkeit ist doch schwer zu erreichen; das gelingt nicht jedem’.“
(James Cahill: Die chinesische Malerei. ISBN 978-3-88447056-5)

 

Der Maler Ní Zàn stammte aus Wúxí  (無錫) in der Provinz Jiāngsū (江蘇). Seine Familie war sehr reich und errichtete eigens ein Gebäude für ihre große Sammlung an Antiquitäten und Gemälden. Ní Zàn hat sein ganzes Leben dieselbe Landschaft gemalt und gehört zusammen mit drei anderen Malern zu den Vier Meistern der Yuan-Zeit (元四家 Yuánsìjiā).

Er strebte nicht danach, eine Figur genau wiederzugeben. Was ihn interessierte, war sein Eindruck von einem Gegenstand. Eine verschwommene kann lebendiger sein als eine lebensnahe Darstellung. Ní Zàns Landschaften sind deshalb unkompliziert mit nur wenig Farbe und ohne Figuren.

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