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Nationale Minderheiten

少数民族 shǎoshù mínzú (geringe + Zahl + Volk + Rasse)

„Gut 8 Prozent der Bevölkerung, also mehr als 100 Millionen chinesische Staatsbürger, besitzen zwar einen chinesischen Paß, zählen ethnisch und kulturell aber zu einer der sogenannten Minderheiten. 55 anerkannte ‚nationale Minoritäten’ gibt es, deren Kulturen sich teils erheblich von der der Han unterscheiden.
 
Besonders im Südwesten des Landes können auch ethnologisch wenig bewanderte Reisende die Unterschiede zwischen den bunten Trachten der Zhuàng [壮], Miáo [苗] sowie vieler anderer Völker und den (äußerlich) westlich orientierten Chinesen kaum übersehen Andere, wie die zentralchinesischen Huí [回] beispielsweise, unterscheiden sich nur in religiöser Hinsicht: Diese moslemischen Chinesen sprechen Mandarin [官话 guānhuà] und sind nur am weißen Turban zu erkennen.“
(Francoise Hauser, Volker Häring: China-Handbuch. Erkundungen im Reich der Mitte. 2005. ISBN 3897940701)
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壮族 维吾尔族
Zhuàngzú Wéiwú'ěrzú
Zhuang Uighuren
16,2 Millionen 8,4 Millionen
Die Zhuang sind ein Tai-Volk, das im Südosten Chinas, lebt.
Sie sind nach den Han das zweitgrößte Volk Chinas.
Als Anfang der 1990er-Jahre Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan unabhängig wurden, keimte bei den Uiguren die Hoffnung auf eine gemeinsame uigurische Republik. Forderungen nach einem eigenen Staat wurden aber von den chinesischen Behörden unterdrückt
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回族 蒙古族
Huízú Měnggǔzú
Hui Mongolen
9,8 Millionen 5,8 Millionen
Die Hui haben keine eigene Sprache. Sie leben in sechs Provinzen. Ihr Siedlungsgebiet ist also kaum abzugrenzen. Der wichtigste Unterschied zu den Han-Chinesen ist die Religion, denn die Hui sind muslimisch geprägt. Die Mongolen sindt traditionell Nomaden, die in so genannten Jurten, leben. Es gibt eine Innere Mongolei, die als zur Volksrepublik China gehört, und eine nördlich angrenzende eigenständige Republik. Heute leben mehr Mongolen in China als außerhalb.
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藏族 满族
Zàngzú Mǎnzú
Tibeter Mandschu
5,4 Millionen 10,7 Millionen

Der gesamte tibetische Kulturraum ist etwa doppelt so groß wie die chinesische Verwaltungseinheit, die nach der Gründung der Volksrepublik China geschaffen wurde. Nach dem Verständnis der chinesischen Regierung wurden die Menschen in Tibet durch den Einmarsch 1950 von der Leibeigenschaft befreit. Aus Sicht der Tibeter hingegen war dies eine Invasion.

Die Mandschu waren  Hirten und Jäger. Im 17. Jahrhundert eroberten sie China und installierten die letzte chinesische Dynastie, die Qing. Heute haben sie sich weitestgehend an die chinesische Bevölkerungsmehrheit angenähert; ihre Sprache ist in Vergessenheit geraten, nur noch wenige alte Menschen beherrschen sie.
 
Chinesische Lieder besingen die Beziehungen zwischen den verschiedenen Nationalitäten gern als das Zusammenleben einer großen Familie, bestehend aus „56 Brüdern und Schwestern“.
 
Von diesen 56 offiziell anerkannten Nationalitäten sind die Han-Chinesen mit etwa 1,2 Milliarden Menschen die zahlenmäßig größte. Sie stellen den „großen Bruder“ für die 55 nationalen Minderheiten dar, die als eine Gruppe „kleiner Geschwister“ zusammen über 100 Millionen Menschen umfassen. Das sind etwa acht Prozent der chinesischen Bevölkerung, aber die von ihnen bewohnten Regionen umfassen nahezu zwei Drittel der Gesamtfläche Chinas und sprechen über 60 unterschiedliche Sprachen.
 

Völker und Nationen
Ainu アイヌ - Hakka 客家人 - Han-Volk 汉族 - Hui 回 - Japaner 日本人 - Koreaner 조선인, 한국인 - Mandschu 滿洲 - Zhuang 壯族
Autonome Regionen 自治区 - Nationale Minderheiten 少数民族

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