Nara

奈良 Nara
奈良県  Nara-ken (Nara + Präfektur)
3.691 km²
1,4 Millionen Einwohner
379  Einwohner pro km²
Hauptstadt: Nara-shi (奈良市)

„Inzwischen wird man auf die berühmten Nara-Hirsche gestoßen sein, die überall im Park und direkt vor den Tempeln und Schreinen grasen. Womöglich haben sie sogar schon versucht, den arglosen Spaziergänger seiner Habseligkeiten zu berauben. Dreist sind vor allem jene Tiere, die sich beim Todaiji aufhalten, denn sie werden unablässig von Touristen mit Reiscrackern gefüttert.

Zwischen Hirschen und dem Buddhismus besteht schon sehr lange eine besondere Beziehung: Hirsche gelten als sanftmütig und sind damit geeignete Symbole für einen Glauben, der sich, im Gegensatz zu Islam und Christentum, aggressiver und gewaltsamer Bekehrungsmethoden enthalten hat. Die erste Predigt des historischen Buddha fand ausgerechnet in einem Hirschpark bei Varanasi
([वाराणसी] Benares) in Indien statt. "
(Alan Booth: Japan. 1991. ISBN 978-3760754000)
 
Heilige Hirsche in Nara
(Foto: Wikimedia)

Nara war in der Nara-Zeit von 710 bis 784 unter dem Namen Heijō-kyō (平城京) die Hauptstadt Japans. Damit erhielt Japan zum ersten Mal eine feste Hauptstadt. Bis dahin war bei jedem Kaiserwechsel die Residenz verlegt worden. Aus dieser Zeit stammen die meisten der großen Tempelanlagen. Viele japanische Gelehrte studierten in Cháng'ān und Luoyang. Sie gelangten dorthin als Angehörige der Botschaften, die oft mehrere hundert Mitglieder umfassten. Die Stadt verlor jedoch nach der Verlegung der Hauptstadt nach Kyōto (京都) an Bedeutung.

Emblem der Präfektur ist das stilisierte Katakana-Zeichen für die Silbe na (ナ).

naraflag

Vor der Meiji-Restauration war die Präfektur Nara auch als Provinz Yamato (大和) bekannt, das politische Zentrum, das einen großen Teil Japans vereinigte.

東大寺
Todaiji
唐招提寺
Toshodaiji

Der Tōdaiji beherbergt die größte buddhistische Bronzestatue und das größte rein aus Holz gebaute Gebäude der Welt.

Die Statue des Großen Buddha (大仏 daibutsu) ist 16 Meter hoch.

Toshodaiji heißt „Tempel des aus dem Tang-Reich hierher Eingeladenen“, denn er wurde 759 von dem chinesischen Priester Jian Zhen (Ganjin) gegründet, der 742 nach Japan eingeladen worden war, um hier Priester auszubilden.
Der chinesische Kaiser aber untersagte die Ausreise, und es bedurfte diverser Anläufe - bevor er elf Jahre später endlich nach Japan gelangte.
薬師寺
Yakushiji
大極殿
Daigokuden
Der Bau dieses Tempels wurde im Jahr 680 vom Temmu-tennō in Auftrag gegeben, um darin für die Genesung seiner schwerkranken Frau, Jitō, zu beten. rekonstruierte Audienzhalle: 1955 begannen archäologische Ausgrabungen und Restaurationen