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Musashi (Miyamoto Musashi)

宮本 武蔵 Miyamoto Musashi

1584 - 1645

 

„Das, was dem europäischen fahrenden Ritter in Japan am nächsten kommt, ist der umherziehende Samurai, der seiner Fechtkunst und seiner Seele durch wunderbar vollführte Morde den letzten Schliff gibt. Einer dieser Suchenden wurde vor kurzem weltberühmt: Miyamoto Musashi, Künstler, Mörder und Mystiker. Musashis Großtaten werden nicht nur in zahlreichen Versionen im Fernsehen, in Comics und Filmen dargestellt, sondern er ist auch in den Vereinigten Staaten zu einer Art Kultfigur geworden. Dort lesen Geschäftsleute angeblich seine streitbaren Predigten (‚Das Buch der fünf Ringe’ [五輪書 Gorinsho]), um sich für die undurchschaubaren Handelspraktiken des Orients zu wappnen. …

Wie viele japanische harte Burschen verlor Musashi schon früh seine Eltern. Und wie Yoshitsune zeigte er bald ein Talent für Morde; genau gesagt, als er dreizehn Jahre alt war. In diesem zarten Alter gelang es ihm, einen Krieger mit einem Stock zu Tode zu prügeln. Weitere Sporen verdiente er sich als typischer japanischer Held: Er kämpfte bei der Schlacht von Sekigahara
[関ヶ原の戦い Sekigahara no tatakai)] im Jahre 1600, als Ieyasu [徳川家康 Tokugawa Ieyasu] die Nachfolge von Hideyoshi [豊臣秀吉 Toyotomi Hideyoshi] als Shōgun [将軍] antrat, auf der Seite der Verlierer. ...

In der Realität kann er nicht sehr einnehmend gewesen sein, denn er weigerte sich - höchst uncharakteristisch für einen Japaner je zu baden, um nie ohne sein Schwert überrascht zu werden. ... In einer berühmten Szene, die in jeder Darstellung seines Lebens wiederholt wird, unterdrückt er sein natürliches Verlangen nach einer attraktiven Frau, indem er sich splitternackt unter einen eiskalten Wasserfall stellt.“

(Ian Buruma: Japan hinter dem Lächeln. Götter, Gangster, Geishas. 1985. ISBN 3-548 34464-X)