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Mishima Yukio

三島由紀夫 Mishima Yukio (Pseudonym)
Hiraoka Kimitake (Geburtsname)
1925 – 1970

„Etwa zehn Minuten lang versuchte seine Stimme, von den Sirenen der Ambulanzen zerrissen und den Propellern der Polizeihubschrauber erstickt, sich verständlich zu machen und die Mauer des Lärms und der Gleichgültigkeit zu durchbrechen.

Was rief Mishima? Daß sich die Selbstverteidigungskräfte gegen die Verfassung von 1947 auflehnen sollten, mit der Japan auf den Krieg verzichtet, und damit die Tugenden der samurai wieder zu Ehren bringen, die kostbarer seien als die wirtschaftlichen Güter und die demokratischen Rechte, kostbarer sogar als das Leben. ‚Ein Mann appelliert an euch! Seid ihr Männer? Kriegsmänner? Wird sich ein einziger von euch mit mir erheben?’

Die versammelten Soldaten antworteten mit beißendem Spott: ‚Er ist verrückt!’, ‚Es reicht!’

Zum Schluß wählte Mishima Worte der Resignation und der Verachtung: ‚Ich sehe, daß ihr keine Männer seid. Ihr werdet nichts unternehmen. Ich mache mir keine Illusion mehr über die Selbstverteidigungskräfte.’

Mishima ging ins Büro zurück und setzte sich vor den General Mashita, Er nahm den hübschen senffarbenen Umhang ab, der ihm ein wenig das Aussehen eines Operettenoffiziers verlieh. …

Dreimal rief Mishima ‚Es lebe der Kaiser!’, dann atmete er tief ein. Mit einem gewaltigen Schrei atmete er aus und schlug sich dabei auf die linke Flanke. Mit beiden Händen stieß er den Stahl in seinen Bauch, unterhalb des Nabels, zur rechten Seite hin. Endlose Strecke von einigen Zentimetern durch das Blut, die Organe, die Eingeweide hindurch. Großtat des Willens im Abgrund des Willens zu wollen. Endlich gab ihm Morita den Gnadenstoß, aber seine Hand zitterte, und Mishimas Körper sank schon vornüber: der Säbel drang tief in die Schulter ein. Auch ein zweiter Hieb war nicht präzis, erst der dritte trennte den Kopf ab.“
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Mishima Yukio ist sowohl für seine nihilistische Nachkriegsliteratur als auch für die außergewöhnlichen Umstände seines Suizids bekannt.
 
mishima-gingakuji mishima-bankett
金閣寺 宴の後
Kinkakuji Utage no Ato
Der Tempelbrand Nach dem Bankett
Ein junger Priesteranwärter zündete 1950 scheinbar grundlos einen der schönsten buddhistischen Tempel des Landes an. Der Tempel wurde vollkommen zerstört. Diese Geschichte nahm Mishima als Ausgangspunkt für eines seiner besten Werke. Eine Wahlkampfaare des Jahres 1959 lieferte den Stoff zu diesem Buch und es kam zu einem Prozess in dem Mishima wegen Verletzung der Privatsphäre verurteilt wurde.

 

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