Mao-Anzug

中山裝  Zhōngshānzhuāng (Sun-Yatsen-Anzug)
 
„Europäer wundern sich über Jeans und US-Outfit in einem Land, in dem der spöttisch verdrehte Volksspruch kursiert „Nur China kann den Sozialismus retten“. Ja, die Jungen kleiden sich westlich, aber auch die Parteigrößen haben den Mao-Anzug längst in den Schrank gehängt. Unter den Älteren beliebt man Krawatte und Rock zu tragen. Einzig die Alten auf dem Lande zeigen dem westlichen Modetrend die kalte Schulter. Sie hängen weiterhin an ihrem Mao-Blau und Armee-Olivgrün.“
(Uli Franz: Gebrauchsanweisung für China. München, 1987. ISBN 3-492-04998-2)
 
Der Mao-Anzug wird in China als Sun-Yat-sen-Anzug (孫中山 Sūn Zhōngshān, Beiname Sun Yat-sens, eigentlich 孫逸仙 Sūn Yìxiān) bezeichnet, denn Sun Yat-sen führte nach Gründung der Republik China (中華民國 Zhōnghuá Mínguó) im Jahr 1911 diesen Anzug ein. 1923 wurde er zum Pflichtkleidungsstück der Beamten und seit 1927 trug ihn Máo Zédōng (毛澤東). 1948 wurde er von der Kommunistischen Partei Chinas (中国共产党 Zhōngguó Gòngchǎndǎng) angenommen.
 
 
Bei der Ausrufung der Volksrepublik China (中華人民共和國 Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó) am 1. Oktober 1949 trug Mao Zedong diesen Anzug und machte ihn später so populär, so dass er ihm seinen Namen in der westlichen Welt verdankt. Der Anzug bestand aus Baumwolle oder aus einer Mischung mit Synthetik in Grau, Khaki und Indigoblau. Dabei stellten diese Farben paradoxerweise eine Hierarchie heraus: Bauern und Arbeiter trugen Indigo, Soldaten trugen Khaki und Parteikader trugen Grau.

 

Kleidungsstücke
Cheongsam 長衫 - Deel дээл - Hanfu 漢服 - Hanbok 한복 - Kimono 着物 - Mao-Anzug 中山裝 - Schuluniform 学らん - Tang-Kappe 탕건, 唐冠

 

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