Mandat des Himmels

天命 tiānmìng (Himmel + Auftrag)
 
  geming
tiānmìng
Auftrag des Himmels
gémìng
Änderung des Auftrags

„Die Gedanken des Volkes des ganzen Reiches neigen heute mehr und mehr der Republik zu. Aus der Herzensneigung des Volkes ist das Mandat des Himmels zu erkennen. Wie könnte ich mich um des Ruhmes einer Familie willen dem widersetzten, was das ganze Volk liebt und haßt? So habe ich (der Regent) den Kaiser angeleitet, die Staatsgewalt dem ganzen Reiche abzutreten, mit der Bestimmung, daß ein republikanisches, verfassungsmäßiges Staatswesen daraus werde. Ich lasse mich dabei von einer Gesinnung leiten, die Wirren haßt und auf Ordnung hofft. Zugleich erfülle ich den Urteilsspruch der Heiligen des Altertums, daß die Welt Gemeingut ist...“
(Senn, S. 8)

Das Mandat des Himmels bedeutete, dass ein Herrscher nicht von hoher Geburt sein musste. Es unterscheidet sich vom europäischen Begriff Gottesgnadentum, der auch dumme Herrschaft legitimierte, anstatt sie zu stürzen. Umgekehrt wurde ein erfolgreicher Umsturz als Beweis für das Ende des Mandats angesehen. Das bedeutete, ein Aufstand war falsch, solange er nicht erfolgreich war. Eine Revolution (革命 gémìng) war nichts Anderes als eine Änderung des Auftrags.


Himmelssöhne 天子
Chien-lung 乾隆 - Erster Kaiser 秦始皇帝 - Hui-tsung 徽宗 – Kang-hsi 康煕 – Mandat des Himmels 天命 - Ming-huang 明皇 - Pu Yi 溥儀 - Wang Mang 王莽 - Wu Tse-tien 武則天 - Wu-wei 無爲 - Yung-lo 永樂

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