Liebesschlösser

愛の南京錠

Liebesschlösser am Huangshan (黃山)
(Foto: Wikimedia)

„In der Zwischenzeit haben sich auch die vier Pilger durch die lauten Horden gedrängelt und viele Stufen geschafft. Auf dem Gratweg zum Gipfel gelangen die vier bei einer Höhe von 1600 Metern an ein zinnoberrotes Tor, in dessen Bogengewölbe es summt und brummt. Hier wird geschäftstüchtig an Illusionen gearbeitet. Auf Wunsch junger Paare gravieren schwielige Hände mit Kleinstbohrmaschinen Inschriften wie ‚Ewige Liebe’, ‚Langes Leben im Duo’ und ‚Immer glücklich’ auf Hängeschlösschen.

Nach der Gravur suchen die Liebespaare eine Lücke zwischen Hunderten anderer Schlösser, die wie wilder Wein an Eisenketten wuchern. Hand in Hand öffnen sie ihr frisch graviertes Schlösschen, legen dessen Bügel um ein noch freies Kettenglied und verschließen gemeinsam ihren ‚Liebesschwur’. Während die Zeugen dieses kindlichen Rituals jubeln, lachen und knipsen, werfen die Glücklichen den Schlüssel Händchen haltend in den Abgrund.“
(Uli Franz, Karl Johaentges: Chinas Heilige Berge. Frederking & Thaler)

(Foto: Wikimedia)

 Liebesschlösser sind Vorhängeschlösser, die von Verliebten an Brücken angebracht werden. Der Brauch ist wohl in Italien entstanden und heißt dort lucchetti dell’amore. Der Brauch wurde durch den Bestseller-Roman Drei Meter über dem Himmel (Tre metri sopra il cielo, 1992) und die Verfilmung bekannt gemacht. In dieser Geschichte schwören sich die beiden Protagonisten „ewige Liebe“, befestigen das Schloss an einer Brückenlaterne und werfen den Schlüssel in den Tiber.