Kaempfer (Engelbert Kaempfer)

ケンプファー Kenpufā
エンゲルベルト・ケンペル Engeruberuto Kenperu
エンゲルベアト・ケンプファー Engerubeato Kenpufā
1651 - 1716

„Wir Menschen sehen alle eine Sonne, treten alle eine Erde, atmen alle eine Luft.
Keine Grenzen der Natur, keine Gesetze des Schöpfers trennen uns voneinander."

(Zitat aus Kaempfers Werk „Amoenitates“)

Alljährlich schickten die Holländer von Dejima (出島) eine Tributdelegation an den Hof des Shōgun (将軍) in Edo (江戸), den sie damals für den Kaiser (天皇 Tennō) hielten.

Von dem Deutschen Engelbert Kaempfer, der 1691 als Arzt eine solche holländische Gesandtschaft begleitete, ist überliefert, was die Japaner von den Europäern hielten:

„Der Kaiser hieß uns unsere Mäntel und Ehrenkleider ablegen und aufrecht sitzen, damit er uns besser ins Gesicht sehen könne. Dieses war es aber nicht allein, was der Kaiser verlangte, sondern wir mußten uns gefallen lassen, ordentliche Affenpossen auszuüben, die mir nicht einmal alle mehr erinnerlich sind. Bald mußten wir nämlich aufstehen und hin und her spazieren, bald uns untereinander komplimentieren, dann tanzen, springen, einen betrunkenen Mann vorstellen, japanisch stammeln, malen, holländisch und deutsch lesen, singen, die Mäntel um- und wieder wegtun und dergleichen. Ich an meinem Teile stimmte hierbei eine deutsche Liebesarie an.

Unser Kapitän blieb jedoch von diesen Sprüngen verschont, weil man gleichwohl darauf bedacht war, daß das Ansehen unserer Oberherren in seiner Person ungekränkt bleiben mußte, wie er sich denn auch wegen seines ernsthaften und empfindlichen Gemütes außerdem gar schlecht dazu geschickt haben würde.“
(Gerhard Dambmann: 25mal Japan. Weltmacht als Einzelgänger. München: Piper, 1989. ISBN 3-492-15104-3)

„Fast zehn Jahre war er auf Forschungsreise in Russland, Persien, Indien, Südostasien und Japan. Von ihm stammt die erste botanische Beschreibung des Ginkgobaums, und die japanische Riesenkrabbe (Macrocheira kaempferi) wurde nach ihm benannt: Der deutsche Arzt, Botaniker und Forschungsreisende Engelbert Kaempfer (1651–1716) schuf mit seinem Werk „Das heutige Japan“ einen Klassiker der wissenschaftlichen Reiseliteratur und Landeskunde und prägte das europäische Japanbild bis ins 19. Jahrhundert hinein.“
(Uni Oldenburg: Amoenitates Exoticae: Exotische Köstlichkeiten)

amoenitas

Der westfälische Arzt Engelbert Kaempfer bereiste im Dienst der Niederländisch-Ostindischen Kompanie, Japan und war der erste wissenschaftliche Erforscher Japans während der Zeit seiner Isolation. Die Holländer auf Deshima müssen jedes Jahr unter strenger Bewachung nach Edo reisen, um dem Shogun ihren Respekt zu erweisen und Befehle zu empfangen. Da die Reise zwei Monate dauert, fand Kaempfer Gelegenheit, Land und Leute, Pflanzen und Tiere, Sitten und Gebräuche zu studieren.

Da den Holländern ein Arzt zugestanden wird, ließ er sich als Schiffsarzt anwerben und gelangte so nach Japan. Sein Hauptwerk erscheint zuerst in englischer Übersetzung 1728 in London mit dem Titel „The History of Japan“ und erst etwa 50 Jahre später in im deutschen Originaltext. Es blieb bis zur Zeit Perrys die Hauptinformationsquelle über Japan.

Kaempfer stellte Japan als eine Art Paradies dar. Europa war gekennzeichnet von Religionskriegen und Kleinstaaterei. Er kritisierte die europäischen Zustände, indem er Japan lobte.

Fast alle Aufzeichnungen lagern unveröffentlicht im Archiv des Britischen Museums in London. Nur die Publikation seiner über 900-seitigen Amoenitates Exotica (Exotische Belustigungen; 『廻国奇観』 Kaikoku kikan), erlebt er. Im fünften Band katalogisiert er 526 japanische Pflanzen, darunter auch einen Baum, der ihn bekannter macht als alle seine Forschungsarbeiten, den Ginkgo.

kaempfer-japankarte
Kaempfers Japankarte

 

Japan verschließt sich vor der Welt.
William Adams 三浦按針 - Deshima 出島 - Hollandstudien 蘭学 - Engelbert Kaempfer - Landesabschluss 鎖国 - Matthew Calbraith Perry  ペリー - Schwarze Schiffe 黒船 - Philipp Franz von Siebold

 

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