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Jade

玉石 yùshi (Jade + Stein)

 

„In einer der Hallen des Taimiao zeigt man uns ein riesiges Stück Jade, eine Kostbarkeit von unschätzbarem Wert. Es handelt sich um Jade aus Khotan, die sich von der einen Seite wärmer, von der anderen kälter anfühlt. Jade wird überhaupt in China höher geschätzt als alle anderen Steine und ist Gegenstand der Verehrung und der mystischen Poetisierung. In der Literatur ist Jade die klassische Metapher für Kostbares und Edles. Sie ist rein, schimmernd, warm, feucht, gleichzeitig weich und hart; sie wird nicht schmutzig, hängt nicht von der Temperatur ihrer Umgebung ab und stellt so das beste Vorbild eines edlen Menschen dar, der den Wechselfällen des Lebens trotzt. Jade sind für den Dichter Verse, Jadeperlen nennt man die kunstvollen Schriftzeichen der in China hochgeschätzten Kalligraphen. Jade ist ein schönes Mädchen, ist menschliche Heldentat; Jade ist auch ein guter, prächtiger Mensch, denn sein reines Herz ist durchscheinend und schimmernd wie dieser kostbare Stein. Und schließlich   ‘Jade-Essenz’ ist der Wein ... Wahrhaftig: alles Beste ist – Jade.“
(V. M. Alekseev: China im Jahre 1907. Ein Reisetagebuch. 1989)

Das Wort Jade steht eigentlich für die zwei Mineralien:
软玉
ruǎnyù
Jade weiche Jade
Jadeit Nephrit
 
Nicht mehr als Jade zählen:
蛇紋石 玉髓
shéwénshí yùsuǐ
(Schlangenlinienstein) (Jade-Knochenmark)
Serpentin Aventurin
 
Die Grundfarbe der Jade ist an sich farblos, meistens aber weißlich. Die große Farbenvielfalt von Jade ergibt sich aus verschiedenen mineralogischen Verunreinigungen:
Chromeinschlüsse lassen eine smaragdgrüne Jade entstehen, mit Eisenverbindungen ist sie braun, Mangan ergibt violette Farben und Calziumeinschlüsse lässt viele verschiedene Farben wie weiß, hellgrün, rot, braun und manchmal auch blau entstehen.
Da Jade mit den gewünschten Farbtönen oft sehr kostbar war, wurde die Jade künstlich nachgefärbt. Die Färbung erfolgte in Laugen und Fetten mit Zutaten wie Eisenverbindungen, die eine braune, bis rotbraune Verfärbung bewirkten.
 
Cóng
Jadescheiben mit einem Loch in der Mitte wurden im alten China für zeremonielle Zwecke benutzt. Sie werden in alten chinesischen Texten als Rangabzeichen beschrieben. Man vermutet, dass sie den Himmel symbolisieren. Eine Cong-Röhre ist außen quadratisch und innen kreisförmig. Sie wurde in alten chinesischen Texten als Rangabzeichen beschrieben. Sie symbolisieren vermutlich die Erde.

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