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Hutong

胡同 hútong
 
„In Peking zum Beispiel herrscht auf den Hauptstraßen die Hektik des modernen China. Restaurants, Boutiquen, Friseursalons und Kaufhäuser säumen die Straßen, und am Abend erhellt das bunte Glitzern und Flimmern der Neonreklamen die Alleen. Passanten hetzen durch das Menschengewühl, als seien sie auf der Flucht. Biegt man aber von den großen Verkehrsadern ab, kommt man häufig in ein Labyrinth von schmalen, baumlosen Gassen, Hútongs genannt. Es gibt keine Autos mehr. Es gibt keine Hast, keine Schilder, keine Plakate, keine Geschäfte.“
(Adrian Geiges: China im Aufbruch. Stationen einer Reise. 1987. ISBN: 978-3881423991)
Die allgemeine Version ist, dass sich Hútongs aus dem mongolischen Wort Hot (Wohnsiedlung, wie im Namen der Hauptstadt der Inneren Mongolei Hohhot 呼和浩特) ableitet.
 
„Peking war einmal schön. Der Kaiserpalast mit den Purpurmauern und den gelb glasierten Ziegeldächern war über Jahrhunderte umgeben von Vierteln, durch die sich ein Gewirr von verwinkelten hútongs zog, alten Pekinger Gassen. In den hútongs standen die sìhéyuàn [四合院], die niedrigen, ziegelgedeckten grauen Häuser, die jeweils einen oder mehrere Höfe umschließen, beschattet von mächtigen Bäumen. Gassen und Hofhäuser überstanden die Ming- und die Qing-Dynastie, sie überlebten Bauernrebellen und Invasoren, sie trotzten kommunistischen Bürokraten wie Roten Garden. Den Garaus machten ihnen erst die Bodenspekulanten der neunziger Jahre.“
(Kai Strittmatter: Atmen einstellen, bitte! Pekinger Himmelsstürze. 2001. ISBN 978-3854527428)
 

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