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Hundert-Tage-Reform

戊戌變法 wùxū biànfǎ (wùxū = 1898 im chinesischen Kalender + Reform)

1898

Die Kaiserinwitwe Cíxǐ (慈禧) weist den Kaiser Guāngxù (光緒) für seine Beteiligung an der Hundert-Tage-Reform zurecht.
(zeitgenössischer Cartoon)

„In einem Gespräch mit dem Reformer Kāng Yǒuwéi [康有為] definierte der Kaiser selbstkritisch die miserable Lage der Nation: ‚Die Leute aus dem Westen gehen nützlichen Studien nach, während wir Chinesen uns nutzlosen Studien widmen. So hat sich die augenblickliche Situation ergeben.’“
(Gisela Gottschalk: Chinas große Kaiser. Die chinesischen Herrscherdynastien in Bildern, Berichten und Dokumenten. 1985. ISBN: 3-88199-229-4)

 
Die Hundert-Tage-Reform war ein kläglich gescheitertes Vorhaben zur Modernisierung Chinas des chinesischen Kaisers Guāngxù (光緒). Mit dem am 11. Juni 1898 ausgerufenen Dekret kündigte Guāngxù einen Abbau des Beamtenapparats, eine Modernisierung des Prüfungswesens und der militärischen Ausbildung, eine Stärkung des Petitionsrechts und den Ausbau und die Verbesserung des Bildungswesens an.

Bei der Umsetzung hätten viele Reformmaßnahmen die Privilegien der konservativen Bürokraten beschnitten. Daher stapelten sich die Verordnungen 100 Tage lang in den Amtstuben. Die Tante des Kaisers, die Kaiserinwitwe Cíxǐ (慈禧), erkannte den Widerstand der konservativen Kreise, ließ ihren Neffen am 22. September 1898 im Neuen Sommerpalast internieren und verkündete, dass er schwerkrank sei.
 
 
 

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