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Hundert-Blumen-Bewegung

百花运动 bǎihuā yùndòng (hundert + Blumen + Bewegung)
 

baihua

百花齊放,百家爭鳴。
百花齐放、百家争鸣。
Bǎi huā qífàng, bǎi jiā zhēngmíng.
Lasst hundert Blumen blühen, lasst hundert Schulen miteinander wetteifern!
(In Maos Handschrift)

„Wenn er auch ein wenig übertrieb, so sah Chruschtschow doch völlig klar, als er in seinen Memoiren bemerkte: „Die Chinesen handeln nur nach Schlagworten, immer nur nach Schlagworten.“
(Emile Guikovaty: Mao. 1893-1976. Ein Mann verändert die Welt. Stuttgart. 1977)

Maos blumige Aufforderung „Lasst hundert Blumen blühen, lasst hundert Schulen miteinander wetteifern!“ lässt nicht erahnen, wie viel Unheil Máo Zédōng (毛澤東 / 毛泽东) damit über sein Volk brachte.
 
Máo Zédōng rief 1956 in seiner vierstündigen Rede Über die richtige Behandlung von Widersprüchen im Volk (關於正確處理人民內部矛盾問題 Guānyú zhèngquè chǔlǐ rénmín nèibù máodùn de wèntí) zu offener Kritik auf. Alle sollten ihre Meinung kundtun und damit den Aufbau der Gesellschaft voranbringen.

Nach zögerlichen Anfängen – man hatte ja schon negativer Erfahrungen mit den Kommunisten gemacht - lief Art und Form der Kritik aus dem Ruder. Vereinzelt wurde sogar die Forderung nach Maos Rücktritt laut. Nach fünf Wochen riss Mao das Steuer herum und die eben noch ermutigten Kritiker wurden massiv verfolgt. Wer sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte, wurde nun ins Umerziehungslager gesteckt oder in den Tod getrieben.
 
Bis heute ist nicht ganz geklärt, ob Mao den Intellektuellen eine Falle gestellt hatte oder ob er von der Heftigkeit der Kritik überrascht wurde.
 

Der Baum will Ruhe, aber der Wind hört nicht auf.
树欲静而风不止。
(Kampagnen in der Volksrepublik China)
Große Spatzenkampagne 消灭麻雀运动 - Hundert-Blumen-Bewegung 百花运动 - Kulturrevolution 文化大革命

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