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Freundschaftsladen

友谊商店 yǒuyì shāngdiàn (Freundschaft + Laden)

 

Was wird in einem Freundschaftsladen verkauft? – Freundschaft? Nein, es ist die chinesische Variante der DDR-Intershop-Läden, in denen man nur mit harter Währung einkaufen konnte.

Die ersten Freundschaftsläden wurden in den 1950er Jahren eingerichtet, damit sich sowjet-russische Experten (damals noch Freunde) mit Artikeln eindecken konnten, die in normalen chinesischen Läden nicht erhältlich waren. Später waren die Hauptkunden hauptsächlich Europäer und Nordamerikaner, die hier unerlässliche Güter wie Erdnussbutter oder ausländische Zigaretten erwerben konnten.

Außerdem gab es auch eine Auswahl chinesischem Kunsthandwerks, das zwar erheblich teurer als in den normalen Läden war. Dafür mussten sich die Kunden nicht durch die Menschenmengen in normalen Kaufhäusern zwängen und fanden oft auch Verkaufspersonal, dass etwas Englisch verstand.

Da in diesen Läden auch unzensierte westliche Bücher und Zeitschriften verkauft wurden, hatten Chinesen generell keinen Zutritt. Am Eingang stand Wachpersonal, das jeden abhielt, der chinesisch aussah. Dass es dann oft genug Überseechinesen oder andere Asiaten traf, nahm man billigend in Kauf. Die Betreffenden mussten dann mit ihrem Ausweis nachweisen, dass sie keine Chinesen waren.
 
FEC
Foreign Exchange Certificate
fec
Für den Einkauf in Freundschaftsläden, Ausländerhotels und anderen Einrichtungen des Tourismus wurde 1980 eine Ersatzwährung mit der englischen Bezeichnung Foreign Exchange Certificate (FEC, 外汇 wàihuì) in Umlauf gebracht, die auf dem Schwarzmarkt etwa den doppelten Wert des regulären Geldes hatte und 1994 wieder abgeschafft wurde.
 

verschiedene Möglichkeiten zum Einkaufen
Depato デパート - Freundschaftsladen 友谊商店 - Nachtmarkt 夜市 - Verkaufsapparat 自動販売機
 

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