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Feuertopf

火鍋 huǒguō (Feuer + Topf)
 
„In Chóngqìng [重庆] keinen Feuertopf zu essen, ist wie ein Münchenbesuch ohne Brezeln, Weißwurst, Radi und Weißbier. Das Bier fließt auch in Chongqing zumeist in Strömen, die Schärfe des Feuertopfes (nomen est omen!) gebietet die regelmäßige Flüssigkeitszufuhr. Aber keine Angst, heutzutage kommt der Feuertopf zumeist in den Varianten rot und weiß (Yin-Yang-Feuertopf) auf bzw. in den in der Mitte mit einem kreisrunden Loch versehenen Tisch,
 
Während die rote Seite weiterhin eine Herausforderung an die Schärfetoleranz des westlichen Besuchers ist, besticht der weiße Feuertopf durch eine angenehme, vor allem durch Knoblauch und Ingwer verursachte Schärfe. Ansonsten ähnelt ein Feuertopfessen unserem Fondue, nur dass die Zutaten nicht in Öl, sondern Brühe trudeln und das Bestreben, jede davon individuell einem Gast zuzuordnen, bei Chinesen nur Kopfschütteln hervorrufen würde. Also hinein mit den Zutaten in den brodelnden Topf. Fleisch, je nach Gusto vom Schwein und Rind bis zu exotischeren Spezies, von denen Hund noch die harmloseste ist, aufgrund der längeren Garzeit zuerst, dann der Fisch und die Krabben, und schließlich das Gemüse.
 
Aber keine Angst: Niemand wird Ihnen Hund oder Bisamratte unterschieben, es sein denn, Sie wünschen dies.“
(Francoise Hauser und Volker Häring: China-Handbuch. Berlin: Trescher Verlag, 2005. ISBN 3897940701)

Feuertopf in einem Pekinger Restaurant
(Foto: Wikimedia-Nutzer Ningling)
 
Es ist doch seltsam, dass die Mongolen den angeblich mongolischen Feuertopf gar nicht kennen. Können sie auch gar nicht, denn vermutlich geht er auf eine Gewohnheit der Jangtse-Treidler bei Chongqing zurück, die übrig gebliebenes Gemüse vermischten und heiß aßen.
 

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