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Emei Shan

峨眉山 Éméi Shān (emporragender Augenbrauen(眉!)-Berg)

(Foto: Wikimedia)

„Wie auch immer man sich ihm nähert, der Éméishān lohnt jede Art von Erkundung. Gemessen in der Luftlinie, steigt das Massiv nach Westen hin etwa dreißig Kilometer an, um dann am Wànfódǐng [萬佛頂] seinen Höhepunkt zu erreichen und jäh abzufallen. Zwei Routen führen vom Bàoguó-Kloster [報國寺] hinauf, die nördliche fast fünfzig, die südliche siebzig Kilometer lang. Tausende von Menschen quälen sich, mit wetterfester Kleidung und Schlafsack ausgerüstet, empor– warum? Sie wirken wild-romantisch und verwunschen, die waldüberzogenen Emei-Berge, und wurden deshalb stets mit Mythen und Sagen bedacht. Seit Menschengedenken zählen die Buddhisten den Éméishān zu ihren heiligen Bergen, zahlreiche Tempel und Klöster wurden verstreut über Täler und Hänge errichtet.

金頂
Jīndǐng
(Foto: Wikimedia)

Besondere Faszination erregten und erregen die Lichterspiele der Sonne am Goldenen Gipfel, dem 3.077 Meter hohen Jīndǐng [金頂]. Auf- und Untergang des Glutballes gelten als so eindrucksvoll, daß einzig deshalb viele Neugierige kommen und in den Gipfelklöstern nächtigen. Allein, die Wolken spielen oft nicht mit; statt sich gehorsam unterhalb der Spitzen als Wattemeer über die umgebende Landschaft zu legen, rauben sie dem Betrachter die Sicht. Geschieht dies, ist an Nachmittagen ein seltenes Phänomen zu beobachten: Um den auf eine Wolkenbank geworfenen Schatten des Betrachters bildet sich ein kreisrunder Regenbogen – ein Strahlenkranz um Kopf und Körper ist eigentlich dem übernatürlichen Buddhakörper vorbehalten. Angesichts dieser Begegnung mit dem Allerhöchsten stürzten sich einstmals verzückte Gläubige den Abhang hinunter und dem Nirwana entgegen.“
(Hartwig Bögeholz: Anders Reisen: China. Ein Reisebuch in den Alltag. Reinbek: Rowohlt, 1997. ISBN: 978-3-4991-9095-7)

Der Emei Shan ist einer der vier heiligen buddhistischen Berge in China. Mit einer Höhe von 3.099 Metern ragt er aus dem Becken der Provinz Sichuan. Der Name Augenbrauen-Berg stammt einer Theorie zufolge von der länglichen Form des Grates.

藏酋猴
Zàngqiúhóu
Macaca thibetana
 金頂
Jīndǐng
Goldgipfel
Auf dem Berg verbreitet sind Tibetmakaken. Diese Affen haben sich besonders am Gipfel derart an die Essensspenden der Besucher gewöhnt, dass sie teilweise sehr aggressiv ihre Rechte einfordern. Am Gipfel sind daher spezielle Wächter angestellt, die die Affen etwas zurückhalten sollen.
(Foto: Wikimedia)
Am Goldgipfel wurde eine 48 Meter hohe Statue errichtet. Sie besteht aus Kupfer, ist mit Gold überzogen und gilt als größte goldene Buddha-Statue der Welt. Die Figur misst 42 Meter, dazu kommt ein rund 6 Meter höher Sockel. Die Gesamthöhe von 48 Metern steht für die 48 Gelübde des Amitābha.
(Foto: Wikimedia)
Elefantenpool Wànnián-Sì
Die Legende besagt, dass der Bodhisattva Samantabhadra (समन्तभद्र; 普賢 Pǔxián; japanisch Fugen) auf seinem weißen dreiköpfigen Elefanten auf den Berg geflogen ist. Daher wird der Berg als sein Aufenthaltsort gesehen.
(Foto: Wikimedia)
Im 10.000-Jahre-Tempel befindet sich eine 8,5 Meter hohe Statue des Bodhisattva auf seinem Elefanten aus dem 9./10. Jahrhundert. Es soll Glück bringen, die Flanken des Elefanten zu streicheln.
(Foto: Wikimedia)

 

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