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Ewiger Präsident

공화국의 영원한 주석, 共和國의 永遠한 主席 Gonghwagugui Yeongwonhan Juseok (Republik  + ewig + Vorsitzender)
 
„Es scheint, als wäre er noch immer am Leben: Kim Il-sung [김일성, 金日成] dominiert auch 16 Jahre nach seinem Tod noch das Straßenbild in Nordkorea. Tag und Nacht grüßt der Gründungsvater des kommunistischen Nordkorea von Plakaten, Standbildern und Leuchtreklamen in Pjöngjang, seine Denkmäler prägen das Gesicht der baufälligen Hauptstadt.“
(http://www.wirtschaftsblatt.at/home/international/wirtschaftspolitik/nordkoreas-ewiger-praesident-bleibt-allgegenwaertig-440072/index.do)
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Wandgemälde, das Kim Il-song bei einer Ansprache an sein pflichtgemäß begeistertes Volk zeigt
(Foto: Wikimedia-Nutzer Gilad Rom)
 
„An ihm kommt bis heute keiner vorbei - kein Entrinnen, kein Fluchtgedanke. In jedem Provinzdorf eine riesenhafte Statue, die nachts im Licht erstrahlt, derweil die Häuser in der Dunkelheit des Strommangels versinken.

Kim Il-sung wäre im April 2012 100 Jahre alt geworden - noch heute überstrahlt der Diktator alles und jeden, auch seinen Sohn, den am Wochenende verstorbenen Kim Jong-il. Dieser brauchte stets den Glanz des Vaters, um selbst Macht ausüben zu können. …

Für die Propaganda und die Hundertjahrfeier Kim Il-sungs ist der ehemalige Präsidentenpalast das Herzstück, gleichsam ein ersatzreligiöser Schrein: Bis man am Sarkophag des "Großen Führers" ankommt, legt man hunderte Meter auf Laufbändern durch Marmorsäle zurück, beschallt durch martialische Marschmusik.

Die Nordkoreaner tragen ihre besten Kleider. In Gruppen durchschreiten sie einen Windkanal, der die Kleidung vom Straßenstaub befreit. In dem Saal dahinter sind Licht und Musik gedämpft. Keiner spricht, keiner flüstert. Ein paar Koreaner weinen leise am Sarg Kim Il-sungs, dessen Leichnam aufgebahrt ist, halb bedeckt von der Flagge der Kommunistischen Partei. Jeder muss den Sarg umrunden und sich dreimal verbeugen.“

(Martin Benninghoff im Standard vom 19. Dezember 2011: Die ersten hundert Jahre des "Ewigen Präsidenten")

 
Nach dem Tod des Diktators Kim Il-song (김일성 / 金日成) im Jahr 1998 konnte man nicht einfach den bizarren Kult um seine Person einstellen, und so herrscht der tote Kim Il-sung noch immer – auch nach der Machtübernahme seines Sohns Kim-Jong-il (김정일 / 金正日)  und seines Enkels – als „ewiger“ Präsident.
 

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