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Eunuch

宦官 huàn'guān
太监 tàijiàn

Der letzte Kaiser, Pǔ Yí (溥仪), schreibt in seinen Lebenserinnerungen:

„Meine Kindheit ist undenkbar ohne Eunuchen. Eunuchen kleideten mich an und aus, geleiteten mich zum Unterricht, bedienten mich beim Essen, überwachten meinen Schlaf - und wurden von mir dafür belohnt oder bestraft. Sie waren meine wichtigsten Spielgefährten, Sklaven und zugleich auch meine ersten Lehrer.“
(Pu Yi: Ich war Kaiser von China. Vom Himmelssohn zum Neuen Menschen. 1986. ISBN: 978-3423107105)

eunuch

Historisches Foto eines Eunuchen, das zeigt, wie rabiat die Kastration war. Die Umschreibung für Kastrieren war „den Körper säubern“, eine wahrhaft barbarische Operation, bei der Glied und Hoden vollständig abgeschnitten wurden. Die frische Wunde wurde verstopft, dann durfte das Opfer sechs Tage lang weder essen noch trinken. Konnte der arme Kerl nach der Entfernung des Pfropfens Harn lassen, so stand die Chance zu überleben gut.  (Foto: Wikimedia)
 
Eunuchen übten in der auf Grund ihrer Nähe zum Kaiser gewaltige Macht aus. Gegen Ende der Ming-Dynastie (明朝, Míngcháo, 1368 bis 1644) gehörten bis zu 70.000 Eunuchen zum kaiserlichen Haushalt. Sie waren Berater und Diener des Kaisers. Als Informanten und Intriganten ließen sie sich ihre Einflussnahme nicht zu knapp vergelten. Ihr Lohn war gering, doch brachten sie es in der Geldbeschaffung zu wahrer Meisterschaft. So erzählt Pǔ Yí:

„Weil sich einige Eunuchen vom Oberhofmarschall finanziell zu wenig berücksichtigt fühlten, beschlossen sie, ihn unterwegs abzupassen als er zu einer Audienz bei der Kaiserinwitwe Cíxǐ [慈禧] geladen war. In dem Augenblick, in dem er unter ihren Fenstern vorbeiging, ergoss sich plötzlich ein Schwall Wasser über ihn. Der schuldige Eunuch zeigte sich zerknirscht über die wassertriefende Zobeljacke des Oberhofmarschalls und bat unterwürfig um Strafe. Dieser wusste jedoch, dass die Kaiserinwitwe auf ihn wartete und wandte sich Hilfe suchend an die Eunuchen, sie möchten ihm aus der Patsche helfen. Da überreichten sie ihm eine identische Jacke mit den Worten! ‚Dieses armselige Haus dankt für die Ehre, dass es einen Beitrag zum Glück des Großen Ministers leisten durfte.’ Die Eunuchen hatten nämlich ein Sortiment von Hofgewändern aller Rangstufen auf Lager, sodass sie jederzeit die gerade benötigte Audienztracht gegen eine ‚bescheidene Gebühr’ ausleihen konnten.“
(Pu Yi: Ich war Kaiser von China. Vom Himmelssohn zum Neuen Menschen. 1986. ISBN: 978-3423107105)

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