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Eiserne Reisschüssel

铁饭碗  tiě fànwǎn (Eisen + Reis + Napf)
 
 
„Wer das China der frühen 1990er Jahre kennt, wird sich noch an die schlafenden Bankangestellten erinnern, die ungerührt ob des tobenden Treibens jenseits der Schalter den Kopf auf den Tisch legten, um einen ausführlichen Mittagsschlaf zu halten. Zwischen Fassungslosigkeit und Faszination hin- und her gerissen, stand manch ein Ausländer stundenlang Schlange, nur uns festzustellen, dass von zehn Angestellten gerade mal ein einziger den Laden aufrechterhielt.
 
Und so unglaublich es klingen mag — genau diese Büro-Schläfer sind es, die heute, das Handy am Ohr und immer die Armbanduhr im Blick, ihren Kunden perfekten Service bieten und selbstverständlich über alle internationalen Finanzereignisse informiert sind.“
(Françoise Hauser: Reisegast in China. 2004. ISBN 3-923975-71-6)

Mit der Auflösung der zentralen Stellenzuteilung Ende der 1980er Jahre ging diese Ära jedoch zu Ende. „Die eiserne Reisschüssel zerbrechen“ (打破铁饭碗 dǎpò tiě fànwǎn) hieß es nun, als die Unternehmen auf Marktorientierung umstellten und Mitarbeiter entließen.
  • 丢饭碗 diū fànwǎn (den Reisnapf verlieren): arbeitslos werden
  • 找饭碗 zhǎo fànwǎn (einen Reisnapf suchen): Arbeit suchen
  • 金饭碗 jīnfànwǎn (goldener Reisnapf): sichere und lukrative Arbeitsstelle

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Ostasienlexikon
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