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Cosplay

コスプレ kosupure (englisch: costume + play)

„Manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich ein Teil der Besatzung des japanischen Raumschiffs bereits aus der diesseitigen Wirklichkeit verabschiedet und beschlossen hat, sein Leben als weitere Folge eines der überaus beliebten Manga, der- Comics, zu führen. Der Eindruck befällt den Beobachter meist an Wochenenden, wenn sich in manchen großstädtischen Parks die Kosupuree-Gemeinde versammelt Kosupuree – eine Verballhornung des englischen costume play – heißt so viel wie Maskerade und es bietet eine kleine Flucht aus dem stressigen Alltag, aus dem Korsett des schulischen Leistungsdrucks und den gesellschaftlichen Zwängen. Vor nörgelnden Eltern, blöden Vorgesetzten und bösen Lehrern. Es verdeutlicht aber auch den diesem Volk innewohnenden Wunsch nach straffreier Überschreitung aller Geschmacksgrenzen, zumindest auf überschaubarem Raum für begrenzte Zeit.“
(Gert Anhalt: Zeit für Japan. Reportagen aus einem unbekannten Land. München: Bucher, 2005. ISBN: 3765814822)

 

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Planeten auf der Buchmesse Geflügel auf der Buchmesse

 

„Waren Sie in den letzten Jahren auf der Leipziger oder der Frankfurter Buchmesse? Dann haben Sie sie bestimmt gesehen: Jugendliche in merkwürdigen Kostümen mit bunten Perücken und großen Pappschwertern oder Stofftieren als Accessoires. Sie nennen sich Cosplayer, und wenn Sie nun meinen, dass das etwas mit Fasching zu tun hat, liegen Sie daneben.
Viele Trends, denen Jugendliche heute folgen, stammen aus dem Land des Lächelns. So verhält es sich auch mit der Lust am Kostümieren, dem Cosplay. Der Begriff setzt sich aus ‚Costume‘ und ‚Play‘ zusammen, also einem Spiel in Verkleidung. Cosplayer stellen einen bestimmten Charakter eines japanischen Comics (Manga), Trickfilms (Anime), Computerspiels oder Realfilms dar.“

(Mechthild Wiesner in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 14. Juni 2012)

Die ausgewählte Figur wird gründlich studiert, und es wird versucht, sie möglichst genau durch das Kostüm, aber auch durch Gestik und Charaktereigenschaften dazustellen.
Da die Vorlagen meist Comiczeichnungen oder Bilder aus Computerspielen sind, ist die Umsetzung schwer. Hinzu kommen Accessoires wie überdimensionierte Phantasiewaffen, Flügel oder Katzenohren.

Treffen sind neben Schneidern und Internetkommunikation der dritte Bestandteil des Hobbys. Denn schließlich will man das Kostüm vorführen und dafür Anerkennung bekommen. Höhepunkte eines solchen Treffens sind die Fotosessions.

Inzwischen gibt es eine Deutsche Cosplay-Meisterschaft, deren Teilnehmer sich in landesweiten Vorentscheiden qualifizieren müssen. Hinter verschlossenen Türen wird zunächst das Kostüm begutachtet. In einer zweiten Runde wird in einer zweiminütigen Show vor Publikum das Kostüm und der gewählte Charakter präsentiert.

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