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Asien

亚洲 Yàzhōu
アジア oder  亜細亜 Ajia
아시아 Asia

asien

Regionen Asiens
(Grafik: Wikimedia)

„Der Schwerpunkt lag so sehr auf abendländischen Gedanken und Ereignissen, daß uns Europa die ‚Welt’ zu sein schien. Wir sagen allen Ernstes ‚Weltgeschichte’, wenn wir doch nur bis zu Alexander dem Großen denken, und auf unseren Schullandkarten sind die Proportionen umgekehrt: Das große Asien und die übrigen Kontinente sehen aus wie Anhängsel von Europa. Noch heute gibt es deshalb viele unter uns, die erstaunt sind, wenn sie hören, daß Japan nicht ‚gleich neben’ Indien, sondern Indien etwa in der Mitte zwischen West-Europa und Japan liegt.“
(Ingeborg Wendt: Die „unheimlichen“ Japaner. Stuttgart, 1970)
 
 
Aus historischen Gründen werden Europa und Asien als verschiedene Kontinente betrachtet. Da die beiden Kontinente nicht so leicht abzugrenzen sind, wurde als Kompromiss der Begriff Eurasien eingeführt.

Der Name „Asien“ leitet sich von der römischen Provinz „Asia“ her, die den westlichsten Teil der heutigen Türkei bildete. Das Wort Asia selbst stammt aus dem Assyrischen und bedeutet Sonnenaufgang. Später bürgerte sich für die Region der Name Kleinasien (Anatolien) ein. Anatolien vom griechischen Wort „Anatolē“ (ἀνατολή Sonnenaufgang) ist jener Teil der Türkei, der zu Vorderasien gehört. Asia, mit der Hauptstadt Ephesos, galt als eine der reichsten Provinzen des römischen Reiches.
 
Schulthess und Keller beschreiben im Vorwort zu ihrem 1966 erschienen China-Buch vor allem die Superlative Asiens:

„Asien ist der Erdteil der Extreme, der Superlative. In dieser größten kontinentalen Landmasse hat die Erdgeschichte die höchsten Gipfel der Welt empor getürmt, die eisglänzendsten Götterthrone der Religionen. Und vor den Küsten und Inselgirlanden Asiens liegen die tiefsten Gräben der Meeresgründe. Die dritte Dimension der Erdoberfläche ist hier zu Extremen von Hoch und Tief auseinandergezogen, die dem Zugriff aller menschlichen Generationen bis zur jüngsten vorenthalten blieben. Im Innern des Kontinents liegen die meerfernsten Landschaften der Erde, in bis 5.000 km Küstendistanz, mit ihren steppenharten Lebens- und Expeditionsbedingungen.
 
In Asien leben die größten Völker unserer Welt mit den höchsten Volksdichten agrarischer Wirtschaftsregionen. Und da Naturkräfte extrem geballter Gewalt über diese menschendichten Kulturlandschaften immer wieder hereinbrechen, ist Asien, vor allem in seinem südöstlichen Bereich, auch der Kontinent der größten Naturkatastrophen durch Taifune, Überschwemmungen, Dürren, Erdbeben, Vulkane.“
(Emil Schulthess; Hans Keller: China, 1966)

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Ostasienlexikon
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