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Kaufen bis der Koffer platzt

Japanisch
ばくがい bakugai
爆買い bakugai

„Japans Kunstwort des Jahres heißt ‚Bakugai‘. Das Wort setzt sich zusammen aus dem Schriftzeichen für ‚platzen‘ oder ‚explodieren‘ [爆] und jenem für ‚kaufen‘ []. Gemeint sind die Kauforgien chinesischer Touristen in Japan.“ (Christoph Neidhart in der Süddeutschen Zeitung: Chinesen bereisen in Massen Tokio - für ihren Konsumrausch haben die Japaner sogar ein Wort erfunden)

Chinesen sind mittlerweile die größte ausländische Touristengruppe in Japan. Sie geben pro Kopf mehr als doppelt so viel Geld aus wie Touristen aus Taiwan und Hongkong. Europäer hingegen gelten ohnehin als knauserig.

Chinesinnen wissen schon vor der Ankunft, was sie in welchen Läden kaufen. Manche lassen sich von in Japan lebenden Landsleuten Handtaschen, Schuhe, Kameras und Reiskocher reservieren. Mit solchen Dienstleistungen verdienen chinesische Studentinnen gutes Geld.

Eigentlich gibt es alles auch in China. Aber es könnte dort ja gefälscht sein. Den japanischen Läden hingegen vertrauen die Chinesen. Doch selbst in Japan sind nicht mehr vor ihren Landsleuten sicher. Gruppenreisende werden in Geschäfte gelotst, die alles das verkaufen, was die Chinesen wollen und wo alle Verkäufer Chinesisch sprechen. Dort werden überteuerte Vorjahresmodelle verkauft – und auch sonst werden die Landsleute übers Ohr gehauen.

Da Apple seine neuen iPhones in Japan früher auf den Markt bringt, kaufen junge Chinesen ein halbes Dutzend Geräte und fliegen nach China. Wer in China ein iPhone hat, bevor man es offiziell kaufen kann, „gewinnt Gesicht“. Deshalb pendeln junge Frauen mit leeren Koffern nach Japan und mit Übergepäck zurück.