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Lotuseffekt

Japanisch
ロータス効果 rōtasu kōka (englisch: Lotus + Wirkung, Resultat, Ergebnis)

„Wer in Japan einen Joghurt von Morinaga Milk [森永ミルク Morinaga Miruku] öffnet, wundert sich über den klinisch sauberen Aluminiumdeckel. Das gewohnte Lecken der Joghurt-Schicht, die man dort sonst immer fand, entfällt. Dieser ‚Fortschritt‘ wurde der Natur entnommen.

Das Unternehmen Toyo Aluminium [東洋アルミニウム Tōyō Aruminiumu] hat schon vor einiger Zeit zwei neue Technologien entwickelt, damit kein Joghurt [ヨーグルトyōguruto] mehr an der Deckelfolie aus Aluminium hängenbleibt. Inzwischen benutzen auch andere Joghurt-Hersteller dasselbe Deckelmaterial. Schließlich würde weltweit so viel Joghurt an Deckeln kleben, wie in ganz Afrika gegessen würde, behauptet Toyo Aluminium.

Die erste Technologie beruht auf dem Effekt, den auch Lotus-Blumen benutzen, damit das Wasser von ihren Blättern abperlt. Dies wird durch einen möglichst großen Kontaktwinkel von 170 Grad erreicht. Lotusblätter benutzen einen 150-Grad-Winkel. Dabei ist die Oberflächenspannung des Wassers im Tropfen größer als sein Bestreben, sich auf dem Blatt zu verteilen. …

In einem zweiten Schritt wird dieser Deckel mit einem wasserabstoßenden Material beschichtet. Es hat mikroskopische kleine Vorsprünge für kleine Luftpolster, die ebenfalls verhindern, dass der Joghurt die Oberfläche benetzt.“
(Japanmarkt vom 15. Dezember 2014: Nichts mehr zum Lecken am Joghurt-Deckel)

Beim Lotuseffekt perlt Wasser in Tropfen ab und nimmt dabei auch alle Schmutzpartikel auf der Oberfläche mit.

Wassertropfen versuchen aufgrund ihrer hohen Oberflächenspannung eine Kugelform zu erreichen. Bei Kontakt mit einer anderen Oberfläche wirken aber auch Anhaftungskräfte, sodass es zur Benetzung kommt. Das aber wird beim Lotuseffekt verhindert.