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Elfenbein

Chinesisch
象牙 xiàngyá (Elefant + Zahn)

„Staatsbesuche von Präsidenten sollen Regierungen und ganze Völker näherbringen, doch wenn Chinas Präsident Xí Jìnpíng [习近平] nach Afrika reist, scheinen solche Visiten noch eine ganz andere Funktion zu haben.

Bei seinem ersten Besuch auf dem Kontinent Anfang vergangenen Jahres sollen Mitglieder der Entourage des Staatschefs in Tansania [坦桑尼亚 Tǎnsāngníyà] dermaßen große Mengen an illegalem Elfenbein aufgekauft haben, dass sich der Preis für die Elefantenstoßzähne in der Hauptstadt Daressalam während des Besuchs verdoppelt habe...“
(Johannes Dieterich in der Frankfurter Rundschau vom 9. November 2014: Elfenbeinschmuggel im Präsidentenjet)

Chinesische Händler sollen bereits Tage vor dem Staatsbesuch Elfenbein aufgekauft haben, das dann in der Präsidentenmaschine außer Landes geschafft worden sei. Die Schmuggler hätten sich den Umstand zunutze gemacht, dass es bei Staatsbesuchen keine Zollkontrollen gibt. Schon bei früheren Besuchen chinesischer Regierungsvertreter sei ein ähnlicher Preisanstieg beobachtet worden.

2013 nahm die tansanische Polizei drei Chinesen fest, in deren Haus mehr als 700 Elefantenstoßzähne (长牙 chángyá) sichergestellt worden waren. Noch immer gibt es in China rund 150 Läden, die Elfenbeinerzeugnisse verkaufen dürfen.