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Portemonnaie-Handy

Japanisch
おサイフケータイ Osaifu-Kētai (Präfix お o + サイフ / 財布 Portemonnaie + ケータイ / 携帯 Handy)


„Aus deutscher oder US-amerikanischer Perspektive ist die Einführung von ‚Apple Pay‘ eine Revolution. Aber wer in Japan lebt, kann darüber nur gähnen. Die Frage ist, warum Japan seinen Vorsprung nicht genutzt hat.

Das in Japan ansässige Beratungsunternehmen Eurotechnology mit österreichischen Wurzeln erzählt dazu die kleine Anekdote, dass der britische Nahverkehrsriese Transport for London 2012 auf das mobile Bezahlen verzichtete, weil die Abrechnung einer Transaktion eine halbe Sekunde dauern würde. Das hätte lange Schlangen an den Sperren etwa am Picadilly Circus verursacht.

Anscheinend hatten die Londoner noch nie vom japanischen System der Osaifu-Kētai (wörtlich: Portemonnaie-Handys) gehört. Seit Ende Januar 2006 kann man zuerst in Tokio und später auch in anderen Städten mit dem Handy bzw. Smartphone bargeld- und berührungslos bezahlend durch die Sperre gehen. Die Abrechnung dauert weniger als eine Zehntel Sekunde und bewältigt damit selbst Massenankünfte wie in Shibuya [渋谷]. Damit praktiziert Japan bereits seit fast neun Jahren, was Apple jetzt als revolutionäre Umwälzung einführen will.“
(Japanmarkt vom 17. September 2014: Mobiles Bezahlen: Apple stiehlt Japan erneut die Schau)