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PISA-Studie

4. Dezember 2013

Japanisch
OECD生徒の学習到達度調査 OECD Seito no Gakushū Tōtatsudo Chōsa  (OECD + Schüler + Genitiv + Lernen + verwirklichen, erreichen + Grad + Untersuchung)

Chinesisch
国际学生能力评估计划 Guójì Xuésheng Nénglì Pínggū Jìhuà (international + Schüler + Fähigkeiten + evaluieren + Plan, Projekt)

Englisch
Programme for International Student Assessment (Programm zur internationalen Schülerbewertung)

 

 

„Kleine Mädchen kauen auf ihren Fingerkuppen. Einem schmalen Jungen fallen auf dem Weg zwischen Schule und Nachhilfeunterricht im Bus die Augen zu. Als seine Großmutter ihm später zu Hause eine Medaille der Mathe-Olympiade umhängt, zeigt er keine Regung. ‚Gewinn' noch ein paar!‘, sagt sie.“
(Lena Greiner im Spiegel-Online: Kinofilm "Alphabet" - Das Leid der Erfolgreichen)

Seit Jahren dasselbe Bild: Bei weltweiten Vergleichstests im Fach Mathematik landen Schüler aus Singapur, Südkorea oder China auf den vorderen Plätzen. Ist der Unterricht in Ostasien so viel besser?

Zunächst lässt sich einmal feststellen, dass die Lernkultur anders ist. Wenn ostasiatische Schüler etwas nicht verstehe, dann ist nicht der Lehrer Schuld, sie selbst haben sich nicht ausreichend bemüht. Die Gesellschaft ist so auf Leistung gepolt, weil gute Schulnoten wichtig für die Lehrer bei Schulrankings, für die Eltern, für die Familie sind. In einem solchen Umfeld ist es undenkbar, dass jemand mit dem Spruch „In Mathe war ich immer schlecht" kokettiert.

Asiatische Schüler schneiden aber auch deshalb besser ab, weil sie viel mehr Zeit mit Mathematik verbringen als gleichaltrige Deutsche. Durch das viele Üben werden sie schneller, was bei Tests immer ein Vorteil ist. In Deutschland müssen darüber hinaus fachfremde Lehrer Mathematik unterrichten. In Bremen zum Beispiel liegt diese Quote bei 36 Prozent.

Dennoch will kaum jemand die asiatischen Lernkonzepte nach Deutschland übertragen, weil die asiatischen Schüler für die guten Schulnoten mit dem Verlust ihrer Kindheit bezahlen. Chinesische Schüler beneiden ihre Eltern auch darum, dass sie abends fernsehen und am Wochenende ausschlafen können.

 

Lesefähigkeit: Shanghai, Südkorea, Finnland, Hongkong, Singapur, Zhejiang, Japan, USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien
Mathematik: Shanghai, Zhejiang, Singapur, Südkorea, Finnland, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA
Naturwissenschaften: Shanghai, Zhejiang, Japan, Südkorea, Deutschland, Großbritannien, USA, Frankreich